Artikel vom
20.02.2010 - 12.00 Uhr
»Politik auf Kosten der Stadener Kinder«
Florstadt (en). »Hier wird eindeutig Politik gemacht auf Kosten unserer Kinder aus Staden«, wettert Ortsvorsteher Claus Peter Opper - der Schulentwicklungsplan sorgt nicht nur in Wölfersheim und Butzbach für Wirbel.
Die Geburtenzahlen belegten, dass die zur Zeit eigenständige Grundschule Stammheim keine Zukunft habe. Das zeige auch das vom Wetteraukreis in Auftrag gegebene Gutachten. 2013/14 würden in Stammheim noch zwei Kinder eingeschult.
Hier solle, kritisiert Opper, weiteres »Geld kaputt gemacht« werden, denn die verwaiste Stelle der Schulleitung müsse neu besetzt werden.
Besser sei es, diese Schule der Karl-Weigand-Schule als Außenstelle zuzuordnen. Die Schule werde ja nicht geschlossen, sie bleibe in Stammheim, nur die Verwaltung werde zusammengelegt, »was aus pädagogischen und wirtschaftlichen Gründen sinnvoll wäre«.
Nochmals der Ortsvorsteher: »Nun sollen die Kinder aus Staden Füllmasse werden, damit genügend Schüler für Stammheim vorhanden sind. Ich rate den Eltern aus Staden dagegen anzugehen, damit ihre Kinder weiterhin die Karl-Weigand-Schule besuchen können, denn nur dies macht Sinn.«
CDU, FDP und UWG im Kreis bestünden freilich darauf, dass die Stadener Kinder den Umweg über Stammheim machen sollten. Opper: »Das mag verstehen wer will, so einfach ist Politik.« Die Stadt Florstadt habe viel Geld dazugegeben, die KWS zukunftsfähig zu machen, obwohl der Wetteraukreis die Schulträgerschaft - sprich die Unterhaltungspflicht - habe.
Der Ortsvorsteher empfiehlt den Eltern von Staden, für ihre Kinder einen Befreiungsantrag zu stellen, damit sie weiterhin in Florstadt beschult werden könnten.
Das schulische Angebot in Florstadt habe Rektorin Doris Ahlgrim wieder auf hohes Niveau gebracht und die Schule genieße einen sehr guten Ruf.
Hinzu komme, dass die zukünftigen Schulkinder aus Leidhecken, Nieder-Mockstadt und Staden vier Jahre in einer Gemeinschaft im Kindergarten Staden zusammen seien und gemeinsam wieder in Florstadt eingeschult würden,was für das einzelne Kind in diesem Alter psychologisch von größter Bedeutung sei.
Wer dies alles aus »Willkür« kaputt mache, treibe ein politisches Spiel ohne Rücksicht auf die Belange der Kinder. Ortsvorsteher Opper abschließend: »Hoffentlich lehnt das Kultusministerium diesen Schildbürgerstreich ab.«