Florstadt-Staden (sl). Mit einem Festgottesdienst ist am Sonntagabend Manfred Wenzel als Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinden Staden und Stammheim verabschiedet worden.
Dekan Jörg-Michael Schlösser.
Um 19.08 Uhr hatte Dekan Jörg-Michael Schlösser die Entpflichtung vollzogen. Manfred Wenzel hatte mit seiner Familie beschlossen, nach fast zehn Jahren im Dienst der Gemeinden eine neue Aufgabe beginnen zu wollen. In Kürze übernimmt er die Pfarrstelle in Bingenheim mit Leidhecken und Gettenau, die seit zwei Jahren unbesetzt ist.
Im August 2002 hatte Manfred Wenzel die Pfarrstelle in Staden und Stammheim von seiner Vorgängerin Dr. Karin Weißwange übernommen. Während des Gottesdienstes sprach Dekan Jörg-Michael Schlösser vom »Zauber des Anfangs«, nachdem Wenzel – ehemaliger Schottener Pfarrvikar – in den Gemeinden seine erste eigene Pfarrstelle erhalten habe.
Die Kirchenvorstandsvorsitzenden Elke Schönstein und Michaela Warschatka erinnerten daran, dass Wenzel gleich zu Beginn seines Wirkens mit der Renovierung des Pfarrhauses in Staden und bei Reparaturarbeiten an der dortigen Kirche eingespannt war. Außerdem wurde er Lehrer für Religion an der Grundschule Stammheim.
Mit Begeisterung und Engagement habe Wenzel Anregungen aufgenommen und die Gotteshäuser zu den unterschiedlichsten Veranstaltungen geöffnet. Erinnert wurde an Orgelkonzerte, irische Gottesdienste, einen Projektchor, Theateraufführungen sowie Konzerte des Volkschors und des Musikzugs der Feuerwehr Stammheim, die beide bei der Verabschiedung mitwirkten. Auf Anregung von Lothar Bernhardt wurde die Kirche sogar zum Kinosaal: »Eine einmalige Sache im gesamten Dekanat«, sagte Schlösser. Ein Dutzend Filme seien in vier Jahren vor bis zu 90 Zuschauern gezeigt worden. Durch Wenzels Offenheit seien auch die Beziehungen zur evangelischen Chrischona-Gemeinde in Stammheim belebt worden. Wenzels größte Errungenschaft jedoch bleibe der Gemeindebrief. Was am 1. September 2002 zunächst als Faltblatt mit kirchlichen Terminen erschienen sei, habe sich zu einem Kommunikationsorgan erster Güte entwickelt. Ein Team werde die Arbeit nach Wenzels Fortgang weiterführen.
Manfred Wenzel bei der Entpflichtung. (Foto: Lutz)
Auch in der Konfirmandenarbeit habe Wenzel Neues gewagt, einen Jugendbeirat und ein Konfi-Team geschaffen. Fast 20 Jugendliche seien nach ihrer Konfirmation »dabei geblieben«, das spreche für sich, brachte es Brigitte Scheibeck auf den Punkt. Sie machte deutlich, dass es Pfarrer Wenzel gewesen sei, der dem Nachwuchs beigebracht habe, dass Kirche in die heutige Zeit und zu jungen Menschen passe. Maike Unger vom Konfi-Team versprach, man werde sich wiedersehen, »auch wenn Du in Timbuktu wohnst«. Sie lud Wenzel zu einer Verabschiedungsfeier am kommenden Samstag ein.