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»Kinder lösen natürlichen Jagdinstinkt des Tieres aus«

Artikel vom 24.11.2011 - 12.02 Uhr

»Kinder lösen natürlichen Jagdinstinkt des Tieres aus«

Florstadt (rad). Elisabeth, Erik und die anderen Kinder aus der Klasse von Lehrerin Ilse Marx an der Nieder-Florstädter Karl-Weigand-Schule sind ganz Ohr. Sie nehmen am Workshop über das richtige Verhalten gegenüber Hunden von Joachim Klein teil. Die meisten der Schüler haben aus eigener Erfahrung viel beizusteuern.

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Joachim Klein ist ein Experte in Sachen Hund.
So erzählen sie vom »Labradoodle«, einer Mischung aus Labrador und Pudel, die eigens für Allergiker gezüchtet worden sei, von den unterschiedlichen Temperamenten ihrer Hausgenossen und erfahren vom Hundetrainer, dass die Dogge in vergangenen Jahrhunderten als »Kutschenbegleithund« eingesetzt wurde, der die Passagiere auf langen, gefährlichen Fahrten beschützen sollte.

In die Mitte des großen Kreises, in dem die Schüler sitzen, hat Klein (»nennt mich ruhig Achim«), zwei Hunde platziert. Allerdings ist der eine aus Holz, hat einen Schwanz aus roter Kordel und lässt sich auf kleinen Rädern ziehen. Der andere, Material unbekannt, ist ein schwarzer Mops, das Maskottchen seines Vereins, wie Achim erklärt. An diesen beiden optimal toleranten »Tieren« führen die Schüler ihre Trockenübungen im Umgang mit Hunden aus.

Klein ist ein im Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) ausgebildeter Hundetrainer. Seit mehr als fünf Jahren arbeitet er als Verhaltenstrainer für Hundeführer in den Bereichen Hundegrundschule, Erziehung, Ausbildung und Hundesport und ist gleichzeitig Vorsitzender im Reichelsheimer Hundeverein TAO.

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Die Schüler der Karl-Weigand-Schule sind beim Thema Hund höchst aufmerksam. Auch wenn die beiden Vierbeiner in der Mitte nicht aus Fleisch und Blut sind. (Fotos: Dörschner)
»Hunde gehören inzwischen zum Alltag von Kindern«, erklärt Klein seine Motivation, mit dem Workshop Aufklärungsarbeit zu leisten. »Die Kinder leben mit ihnen in der Familie, oder sie erleben Hunde bei Besuchen. Sie treffen beim Spielen, beim Spaziergang oder beim Einkauf häufig auf bekannte oder fremde Hunde. Kinder verhielten sich dabei häufig »falsch« und würden von Hunden als »Objekt für eine Maßregelung oder als Angreifer beziehungsweise Konkurrent angesehen«. Deshalb reagierten die Tiere oft unerwünscht. Rund 50 000 Bissverletzungen würden in jedem Jahr in Deutschland ärztlich behandelt, in mehr als der Hälfte der Fälle seien Kinder betroffen.

»Kinder bewegen sich schnell und lösen dadurch den natürlichen Jagdinstinkt des Hundes aus«, erklärt der Experte. Sie verhielten sich oft unwissentlich falsch, indem sie das Tier bedrängten, es am Schwanz zögen oder auf ihm reiten wollten. »Weil das typische kindliche Verhaltensweisen sind, muss bei der Prävention von Bissverletzungen genau an dieser Stelle angesetzt werden«, betont Klein. Die Kinder sollten lernen, dass sie mit den Hunden nicht umgehen können wie mit einem Spielzeug.



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