Florstadt: Jugendraum soll ins Alte Rathaus ziehen
Florstadt (sl). Das Alte Rathaus in Nieder-Florstadt soll nicht wieder vermietet werden. Das haben die Stadtverordneten bei ihrer jüngsten Sitzung beschlossen. Geplant ist, in dem Gebäude die Jugendhilfe unterzubringen.
Ursprünglich sollte der Jugendraum auf dem Gelände des Saalbaus Lux entstehen.
Fakt ist, so Bürgermeister Herbert Unger als Antragsteller, das für 2012 im Investitionsprogramm der Stadt die Unterbringung des Jugendraums und des Internet-Cafés anstand. Eingestellt waren dafür 190 000 Euro für einen Neubau, für den bereits Baurecht bestehe, der aber bislang aus Gründen der Finanzierung zurück gestellt war. Nun habe sich der Zufall ergeben, dass die Familie, die im Alten Rathaus wohne, den Mietvertrag gekündigt habe. Unger präsentierte deshalb folgenden Nutzungsvorschlag: Im Erdgeschoss soll der Jugendraum eingerichtet und das Internet-Café, derzeit im Erdgeschoss des Museumsgebäudes untergebracht, angegliedert werden. Neben- und Kellerräume sollen der Jugendpflege für ein zentrales Lager zur Verfügung gestellt werden, die derzeit in anderen Orten Lagerflächen nutzen, die dann wiederum den örtlichen Vereinen übergeben werden sollen. Der frei werdende große Raum im Erdgeschoss des Saalbau-Museums soll als Ausstellungsraum für die sechs Stadtteile genutzt werden. Damit einher gehe die Neubauplanung in der Altenstädter Straße, was den Stadthaushalt um 190 000 Euro entlaste.
Die Freifläche auf dem Saal-Lux-Areal soll vom Bauhof in eine Parkfläche umgewandelt werden, die auch Platz für Veranstaltungen von Museum, Jugendpflege oder Saal Lux ermöglichen soll. Das Obergeschoss im »alten Rathaus« könne Vereinen zur Verfügung gestellt werden, nach Ungers Angaben suche der Partnerschaftsverein bereits seit längerer Zeit einen Büroraum. Im Keller könnten zudem Lagerkapazitäten für Stadtarchiv oder Museum eingerichtet werden. Bestärkt wurde Ungers Bestreben von der Erwartung, keinen geeigneten Mieter zu finden, der das gesamte Gebäude, das räumlich nicht in zwei Stockwerke getrennt werden könne, zu finden. Die ausziehende Familie hatte mit acht Kindern das gesamte Haus in Beschlag genommen.
Für Gerhard Salz von den Bündnisgrünen sei das Konzept schlüssig, wobei außerdem Synergien entstünden. Der von ihm erfragte Mietausfall wurde auf 9000 Euro pro Jahr beziffert. Außerdem stünde eine Überprüfung für energetische Sanierungen an, zumal dieses Gebäude noch kein Energiepass besäße. Grundsätzlich handele es sich um ein massives Gebäude mit guter Grundbausubstanz. Fenster und Dachdämmung seien vor einigen Jahren erneuert worden.
Positiv bewertete auch Christel Schmidt von der CDU die neue Situation. Die Stadt habe eine gute Lösung gefunden, man brauche keinen Neubau, außerdem könne der Umzug recht zeitnah erfolgen. Als sinnvolle Nutzung charakterisierte Dieter Richter von der SPD die Vorlage. Die Stadt habe die Chance, einen erheblichen Beitrag zur Jugendbetreuung zu leisten. Die Parlamentarier stimmten demnach einstimmug für den Vorschlag.