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»Strukturdefizite«: Rovema meldet Insolvenz an

Artikel vom 12.11.2009 - 00.02 Uhr

»Strukturdefizite«: Rovema meldet Insolvenz an

Fernwald-Annerod (rüg). Die Firma Rovema Verpackungsmaschinen GmbH in Annerod hat am Dienstag beim Amtsgericht Gießen Insolvenz angemeldet. Die Belegschaft wurde noch am selben Tag in einer Betriebsversammlung über die aktuelle Entwicklung informiert. Betroffen sind etwa 450 Arbeitsplätze am Stammsitz in Annerod und rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Hassia Redatron GmbH in Butzbach.
In Annerod musste die Firma Rovema, einer der weltweit führenden Hersteller von Verpackungsmaschinen, am Dienstag beim Amtsgeric
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In Annerod musste die Firma Rovema, einer der weltweit führenden Hersteller von Verpackungsmaschinen, am Dienstag beim Amtsgericht Gießen das Insolvenzverfahren beantragen. Rund 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Annerod und 60 bei der Butzbacher Hassia Redatron GmbH sind betroffen. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist der Frankfurter Rechtsanwalt Dr. Jan Markus Plathner. (Foto: Geck)
Wie Rovema am Mittwoch in einer Pressemitteilung bekannt gab, seien die Verhandlungen der Gesellschafter mit Banken und Kreditversicherern zur Fortführung der bisher gewährten Kreditlinien gescheitert. Daher habe Insolvenzantrag gestellt werden müssen.

Das Amtsgericht Gießen hat Rechtsanwalt Dr. Jan Markus Plathner (Frankfurt am Main) zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Dieser habe sich sofort im Unternehmen einen ersten Überblick über die wirtschaftliche Situation verschafft. »Danach kann davon ausgegangen werden, dass der Geschäftsbetrieb in Zusammenarbeit der Geschäftsführung mit dem vorläufigen Verwalter in vollem Umfang weitergeführt wird. Voraussetzung hierfür ist, dass alle Beteiligten, insbesondere Kunden, Lieferanten und die betroffenen Arbeitnehmer, hieran aktiv mitwirken«, heißt es weiter in der Mitteilung des Unternehmens.

Bezüglich der ab November 2009 offenen Gehälter werde eine Insolvenzgeldvorfinanzierung über die zuständige Agentur für Arbeit in die Wege geleitet. Die bereits vor Eintritt der Insolvenz mit potenziellen Investoren geführten Gespräche »werden im Hinblick auf eine mögliche kurzfristige Sanierungslösung von allen Beteiligten fortgeführt und vertieft. Die Geschäftsleitung hat deshalb die begründete Hoffnung, dass Rovema die bestehende Insolvenzlage in überschaubarer Zeit positiv übersteht und mit Hilfe frischen Kapitals eine dauerhafte Zukunftsperspektive erhält«.

Die Ursachen der Insolvenz sieht die Geschäftsführung zum großen Teil in Strukturdefiziten aus der Vergangenheit begründet, die durch die Wirtschaftskrise mit um ca. 25 Prozent rückläufigem Auftragsvolumen in 2009 für Verpackungsmaschinen, Ersatzteile und Serviceleistungen erst recht belastend zutage traten. Hauptgeschäftsführer Klaus Krämer: »Für die Rovema kam dieser Einschnitt sehr plötzlich und mit Sicherheit zum falschen Zeitpunkt, da man bereits im dritten und vierten Quartal einen deutlichen Konjunkturanstieg bei Rovema Fernwald verzeichnet und mit einem hohen Auftragsbestand fürs neue Jahr rechnet.«

Gleichzeitig wurde Insolvenzantrag auch für die Schwestergesellschaft Hassia-Piltz GmbH/Butzbach gestellt. Auch dafür wurde Dr. Plathner zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Nicht betroffen von der Insolvenz sind die übrigen europäischen und amerikanischen Gesellschaften der Unternehmensgruppe, die ihren Geschäftsbetrieb insoweit unverändert fortsetzen.



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Artikel vom 12.11.2009 - 00.02 Uhr
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