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Stimmgewaltig in die Landschaften Russlands entführt

Artikel vom 18.09.2009 - 17.07 Uhr

Stimmgewaltig in die Landschaften Russlands entführt

Fernwald (vh). In den Supermärkten gibt es mitunter schon erste »Adventssüßigkeiten«, in den Kirchen erste Gesangsauftritte von »Kosaken-Chören«. Obwohl der kalendarische Herbstanfang sich ja erst auf er Zielgeraden befindet. Mit seinen russisch-orthodoxen Gesängen und lebenslustigen Volksliedern aus Russland und der Ukraine hat der »Rostov Don-Kosaken-Chor«, geleitet von Vladimir Gorovoi, am Donnerstagabend in der evangelischen Kirche in Annerod 70 Besucher hoch erfreut: Traumhafter Gesang.
Stimmgewaltig: die »Rostov Don-Kosaken« in der Anneröder Kirche.	(Foto: vh)
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Stimmgewaltig: die »Rostov Don-Kosaken« in der Anneröder Kirche. (Foto: vh)
Es ist bekannt, dass die Konzertprogramme verschiedener Kosakenchöre zu einem gewissen Prozentsatz einander gleichen. Stimmgewaltig sind die zahlenmäßig stets gering besetzten Männerensembles ausnahmslos. Jedes Mal wenn ein Kosakenchor antritt, erscheint es verwunderlich, wenn so wenige Singstimmen, sieben im Falle Annerods, das Gefühl vermitteln können, auf das Klangvolumen bezogen singe etwa ein kleiner bis mittlerer Gesangverein. Freilich ohne Dirigent. Denn Gorovoi singt natürlich mit als Primus inter Pares, dirigiert allerdings zusätzlich aus seiner Position im Ensemble heraus mit ganz sparsamer Gestik.

Üblich ist weiterhin die zweigeteilte Gestaltung eines Konzerts in russisch-orthodoxe Kirchengesänge, also Sakralgesang sowie Volkslieder von häufig humorvollem Unterton aus Russland und der Ukraine - diese im Wechsel mit Kosakenliedern. Das optische Merkmal dieser Formationen sind die zu den Liedern passenden Kostüme. Die Farbe Schwarz für den kirchlichen Teil - in Annerod waren es alte Uniformen - und nach der Pause umgekleidet in farbige Oberteile, leuchtend rot, blassblau, hellgelb oder grau.

Identisch ist auch das Wechselspiel von Solo- und Chorgesang, das effektvolle Ausformen einer Hauptmelodie durch Summen etwa des im Falle Annerods nunmehr sechsstimmigen Chors. Als Instrument ist manchmal die Balalaika im Einsatz, das Bajan (russisches Knopfakkordeon) oder das chromatische Akkordeon wie in Annerod. Kurze Titelansagen auf Russisch und Deutsch gab Gorovoi. Die Sänger faszinierten das Publikum, trugen zur Besinnung bei, lieferten Gänsehautstimmung, mitschwingende Beine oder sangen herzergreifend, dass man geradezu sentimental zu werden drohte. Und das am Ende des Sommers.

Im sakralen Teil fehlten auch Klassiker wie »Ich bete an die Macht der Liebe«, Schuberts »Ave Maria« oder das »Wolgalied« nicht, nachher beispielsweise »Stenka Rasin » oder »Abendglocken«. Stehender Applaus und die Zugabe »Kalinka« folgten. Bärbel Neffgen vom Kirchenvorstand dankte den Sängern und hoffte auf ein Wiedersehen in der Anneroder Kirche. Wenn das nächste Mal jeder noch eine Person mitbringt (Neffgen), wäre das eine Geste an die Künstler.

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Artikel vom 18.09.2009 - 17.07 Uhr
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