Übergabe der ersten Boxen »Experimente aus dem Küchenschrank«: (von links) Manfred Weller, Bettina Heisiph, Wolfgang Halbach, Prof. Eckhardt Wiederuh und Angelika Helwig.
Prof. Eckhardt Wiederuh, Vorsitzender des VDI-Bezirksvereins, unterstrich, dass es dem Verein Deutscher Ingenieure um den technischen Nachwuchs gehe. Ingenieure seien immer noch gesucht, und man könne gar nicht früh genug anfangen für diesen Beruf zu werben. Oft fehle es sogar Studenten an Bezug zur Praxis. Mit Blick auf seine früheren »Schraubereien« sagte Wiederuh: »Begreifen bedeutet auch, dass man das Zeug auch mal in der Hand gehabt haben muss.«
Projektleiter Wolfgang Halbach stellte heraus, dass der »Tandem-Anspruch« einer Zusammenarbeit von Kindertagesstätten und Schulen nur verwirklicht werden könne, wenn so genannte Netzwerke aufgebaut würden. Dazu gehöre es, neben den Kommunen und Schulen auch Unternehmen mit ins Boot zu holen.
Johannes Rech (Young Scientists - Naturwissenschaften für Kinder) meinte, bei vielen Erzieherinnen sei noch eine Angst vor den Experimenten zu überwinden. Dabei seien die Alltagsgegenstände wie im Projekt »Experimente aus dem Küchenschrank« und auch bei der schon etablierten Aktion »Experimente aus der Aktentasche« sehr hilfreich. Gefragt seien aber auch die Eltern, damit die Kinder auch zu Hause experimentieren könnten.
Dr. Manfred Felske-Zech begrüßte für die IHK Gießen-Friedberg und die IHK Lahn-Dill die Initiative. Unternehmen würden meist nur an Zahlen gemessen, aber den Erfolg stelle auch die Innovationskraft sicher. Am Anfang stehe eine Idee, die darauf basiere, »dass man mit zwei wachen Augen durch die Welt geht und neugierig ist«. Unternehmen hätten zunehmend Probleme Fachkräfte zu bekommen. Langsam setze sich die Erkenntnis durch, dass man sich um den eigenen Nachwuchs kümmern müsse.
Dabei helfe das »Küchenschrank«-Projekt, denn es mache Kinder neugierig auf naturwissenschaftliche Experimente, deren Kosten wiederum im Centbereich anzusiedeln seien. Dagegen stehe so mancher hochwertige Experimentierkoffer unausgepackt in Schulen in der Ecke, »weil die Lehrer sich bewusst sind, dass jedes Experiment hohe Kosten verursacht«.
Bürgermeister Bechthold zeigte sich beeindruckt von dem Projekt. Es mache ihn stolz, dass Fernwald dadurch über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt werde. Die Gemeinde werde dies nach Kräften unterstützen.