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27.08.2010 - 17.49 Uhr
Schülerbetreuung in Fernwald wird in zwei Stufen teurer
Fernwald (rüg). Die Gemeinde Fernwald bietet eine Schülerbetreuung in Steinbach und Annerod an. Die Gebühren hierfür sollen in zwei Stufen angehoben werden: zum 1. Oktober dieses Jahres und zum 1. Oktober 2011. Dies empfiehlt der Ausschuss für Soziales, Jugend, Sport und Kultur.
Darüber hinaus wurde die Betreuungszeit in Steinbach an vier Tagen von 14 auf 14.45 Uhr erweitert, sodass ein nahtloser Übergang zu den nachmittäglichen Kursen und Projekten stattfindet. Die Betreuung an den beweglichen Ferientagen findet in der Grundschule Steinbach ab 7.30 bis 14 Uhr mit Mittagsversorgung statt. Auch der Fernwalder Haupt- und Finanzausschuss schloss sich einen Tag später dem Votum einstimmig an.
In der ersten Stufe, so die Beschlussempfehlung an die Gemeindevertretung, die am 7. September entscheidet, steigt die Gebühr ab 1. Oktober von 30 auf 40 Euro und das Verpflegungsgeld von 56 auf 60 Euro. Die zweite Stufe im Oktober kommenden Jahres sieht eine Gebührenanhebung von 40 auf 50 Euro und eine Erhöhung des Verpflegungsgeldes von 60 auf 65 Euro vor. Die Gebühr für Zukaufstunden steigt von 50 Cent auf 1 Euro pro Stunde.
Die Kapazitäten an den Betreuungsstandorten sind auf jeweils 30 Schüler ausgelegt. Derzeit sind es dort jeweils knapp 20, der Bedarf ist jedoch seit Jahren steigend.
Bürgermeister Stefan Bechthold (SPD) zeigte sich erfreut, »dass wir das so hinbekommen haben. Das ist eine Lösung, die sich sehen lassen kann.« Nun gebe es in Steinbach ein nahtloses Betreuungsangebot. Die Anhebung sei moderat und letztlich auch ein »Diktat der Kommunalaufsicht« im Rahmen der Haushaltskonsolidierung. Sie werde allerdings von den Eltern mitgetragen. Peter Holl (FW) hob hervor: »Wir sind auf dem richtigen Weg. Was Fernwald da leistet, ist außerordentlich.« Vergleichbares sei ihm aus keiner Kommune im Kreis bekannt. Dort würden die Betreuungsangebote in der Regel von Fördervereinen getragen. Außerdem seien die Aufwendungen für die Eltern vergleichsweise geringer als in anderen Kommunen. Die Gemeinde Fernwald müsse aber trotzdem darauf schauen, kostendeckend zu arbeiten.
Manfred Riedl (SPD) schloss sich für die SPD-Fraktion dieser Einschätzung »vollinhaltlich an«. Dennoch sei die Erhöhung für die eine oder andere Familie sicher viel Geld. Riedl wollte wissen, ob es Möglichkeiten der Unterstützung gebe. Wie die zuständige Sachbearbeiterin Ute Kaufmann mitteilte, gebe es diese Möglichkeit über das Kreisjugendamt. Kaufmann berichtete auch, dass der Bedarf an »Zukaufstunden« steigend sei.
Ulrike Bell-Rieper erkundigte sich nach der Bilanz der diesjährigen Ferienspiele. Bürgermeister Bechthold informierte, dass die Resonanz sehr positiv gewesen sei, insbesondere auf das Floßbauprojekt am Wißmarer See.
Erster Beigeordneter Karl-Rudolf Schön (SPD) ergänzte, dass die Teilnehmerzahl inzwischen an der »obersten Grenze« sei. Peter Holl regte an, das Angebot wie in anderen Gemeinden über die gesamten Ferien laufen zu lassen. Bechthold erklärte, dies sei auch schon im Gemeindevorstand thematisiert worden, und man wolle dies versuchen. Allerdings sei es schwierig, genügend Betreungspersonal bereitzustellen.
Ulrike Bell-Rieper fragte nach dem Raum, den die Schülerbetreuung bislang im Steinbacher Kindergarten genutzt habe. Mit seinem separaten Zugang sei dieser auch für andere Nutzer interessant.
Bürgermeister Bechthold teilte mit, dass auch Vereine diesen Raum über die Gemeinde »anmieten« könnten. Allerdings sei auch der Kindergarten froh, über weitere räumliche Möglichkeiten zu verfügen.