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Ritterspiele in Steinbach

Artikel vom 29.08.2010 - 22.00 Uhr

Ritterspiele in Steinbach

Fernwald (bas). Ein großes, blank poliertes Schwert sauste am Ruhberg in Steinbach krachend auf ein schweres gelbes Schild. Die Waffe führte Ritter Kay Sterzik und strafte damit eine »Beleidigung« durch einen anderen Ritter – Kay Stiegler. Doch während die beiden Ritter in ihren schweren Kettenhemden und unter den Schlägen ihrer Kontrahenten schwitzten und schnauften, strahlte einer: Der »Baron zu Steinbach – Achim der Gütige«. Bürgerlich heißt der Adlige Joachim Sterzik und feierte seinen 60. Geburtstag auf wahrhaft ritterliche Weise.
Die Ritter Kay Sterzik und Kay Stiegler kämpften zum 60. Geburtstag von Joachim Sterzik (hinten, rechts), der mit Ehefrau Roswit
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Die Ritter Kay Sterzik und Kay Stiegler kämpften zum 60. Geburtstag von Joachim Sterzik (hinten, rechts), der mit Ehefrau Roswitha Sterzik dem Schauspiel vergnügt beiwohnte. (Foto: bas)
»Ich wollte mal was Anderes als immer nur das übliche Gefeiere«, wünschte sich der Bauingenieur schon geraume Zeit vor seinem runden Geburtstag. Doch gemeinsam mit seiner Ehefrau Roswitha Sterzik hatte der Steinbacher eine Idee. Und diese konnte erleben, wer am Wochenende zur Geburtstagsparty der Sterziks kam: Ein mittelalterliches Fest.

Im Zentrum des Geländes am Ruhberg stand ein großes Zelt, genannt »der Thronsaal«, der Eingang mit Mauerkulissen und Zinnen gestaltet. Schräg gegenüber musste das Baumhaus der Sterziks herhalten und wurde, ebenfalls mit Kulissen, zum Wehrturm umdekoriert. Prachtvoll prunkte gleich neben diesem ein »Landsknechtzelt« mit Kuppeln und aus gelbem Stoff. Dekorativ standen die Waffen vor dem Zelt auf einem hölzernen Ständer. Ein großer bauchiger Kessel hing, an einem Dreibein befestigt, daneben.

Essen holten sich die rund 60 Gäste jedoch aus der »Burg-Küche« und den Wein aus der „Taverne“. Aufregend waren aber nicht nur die Schaukämpfe an dem Abend. Eine besondere Überraschung hatte Reneé Sterzik (7) für Großvater Sterzik vorbereitet und zeigte eine spezielle Jonglage mit an Schnüren befestigten Kugeln. Fast schlangenartige und dabei schnelle Bewegungen machte Reneé, schleuderte die Kugeln durch die Luft und erntete begeisterten Applaus der adligen Runde der Feiernden, die alle in mittelalterlicher Gewandung gekommen waren.

Auf die besondere Idee kam das Ehepaar durch Freunde, welche die beiden vor etwa eineinhalb Jahren in der Ritterschaft »Eysenknechte«“ aus Staufenberg kennen gelernt hatten und die regelmäßig auf mittelalterlichen Märkten vertreten sind. Übrigens: Ehefrau Roswitha Sterzik spielte während des Fests die Rolle der »Hildegard von Thüringen«. Diese sei eine teilweise historische Person, erklärte Joachim Sterzik. Das Vorbild sei Elisabeth von Thüringen, die sich in ihrer Zeit für den Hospizdienst und die Krankenpflege in Marburg eingesetzt habe. Die Verbindung: Roswitha Sterzik ist im »richtigen« Leben von Beruf Altenpflegerin.

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Artikel vom 29.08.2010 - 22.00 Uhr
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