Die Lehre Buddhas richte sich darauf, zu erlernen, mit den »Problemen in uns selbst umzugehen, um unser Leben besser zu managen«. Dies beinhalte auch, anzuerkennen, dass »wir nicht wissen können, was im nächsten Moment geschieht«. Wer diese Tatsache annehme, beweise »hohe Lebenskunst« und könne ein glückliches Leben führen.
Han Shan rät dazu, sich weniger von den eigenen Vorstellungen und Gedanken abhängig zu machen, sondern »im Moment zu sein«. »Wenn wir etwas aufmerksam machen, machen wir es gut«, lautet seine zentrale These. Aus diesem Grund sei es wichtig, mit der Vipassana-Meditation die »Aufmerksamkeit in uns« zu schärfen.
Han Shan beschreibt, dass jeder Mensch ein eigenes Energiefeld besitzt, das durch den Kontakt zu anderen Menschen beeinflusst wird. Auch die negativen Energien, die von anderen Menschen ausgingen, könnten sich dabei im eigenen Energiefeld festsetzen. Deshalb fordere die Lehre Buddhas dazu auf, das eigene Wohlbefinden weniger von äußeren Umständen abhängig zu machen, da »man selbst keinen Einfluss darauf hat, was andere sagen oder tun«. Es ist nach seiner Überzeugung falsch, die negative Energie in seinem eigenem Energiefeld aufzunehmen, die beispielsweise von jemandem ausgeht, der einem ein Schimpfwort an den Kopf wirft. Derjenige, der schimpft, trägt den Ärger und die negative Energie bereits in sich selbst, dies könne nicht beeinflusst werden, sodass der Adressat der Beschimpfung nicht erst den Fehler machen sollte, in sich selbst Ärger aufkeimen zu lassen. Als Beispiel für die Übertragung positiver Energien nannte Han Shan den Vorgang des Gebens. Die Freude und somit die positive Energie, die der Gebende bewusst erlebe, übertrage sich ebenso auf den Empfänger der Gabe.
Die Vipassana-Meditation schule die Aufmerksamkeit sowie das eigene Bewusstsein und fördere somit die Selbsterkenntnis. Um dies praktisch zu erleben, lud Meister Han Shan seine Gäste in einem zweiten Teil seines Vortrags dazu ein, gemeinsam an einer praktischen Übung teilzunehmen und die »vier Punkte der Aufmerksamkeit« kennen zu lernen.
Diese vier zentralen Elemente der Vipassana-Meditation betreffen den Körper, die Grundstimmung, die Gefühle und die Gedanken. Mit der Hilfe dieser vierstufigen Meditation gelinge es, das eigene Energiefeld auszugleichen, erläuterte Han Shan und unterstrich dabei, dass für diese Art der Meditation keine bestimmte Sitzposition vorgeschrieben sei, vielmehr könne auch im Liegen oder beim Laufen meditiert werden, solange es gelinge, die notwendige Konzentration aufzubringen.