Fernwald (sha). »Wenn wir etwas aufmerksam machen, machen wir es gut«. Dies war die zentrale Botschaft, die Meister Han Shan etwa 20 Zuhörern am Mittwochabend im Rahmen eines zweiteiligen Vortrages im Haus der Steinbacher Feng Shui-Beraterin Cornelia Hahn unterbreitete.
Meditation mit Meister Hans Shan (3. von rechts) in Steinbach. (Foto: sha)
Der gebürtige Offenbacher war nach seiner Ausbildung zum Diplomingenieur und Diplomkaufmann im Alter von 22 Jahren nach Asien ausgewandert, wo er seit 1973 lebt.
1978 gründete Han Shan, vormals Hermann Ricker, in Singapur eine kleine Firma, die sich zu einem weltweit oprierenden Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 33 Millionen US-Dollar entwickelte.
Ein schwerer Autounfall, den er 1995 unverletzt überlebte, veranlasste ihn zu einer drastischen persönlichen Kehrtwende. Der Unternehmer überschrieb die eigene Firma seinen engsten Mitarbeitern und wurde zum Bettelmönch.
Nachdem er zehn Jahre lang die Mönchskutte getragen hatte, nahm er den Titel »Meister« Han Shan (großer Berg) an und gibt seitdem die Lehre Buddhas an Interessierte weiter. Die Methoden der Vipassana-Meditation, die Han Shan auch in dem von ihm gegründeten Nava-Disa-Retreat-Center in Thailand weitergibt, bildeten den Kern des abendlichen Vortrags in Steinbach. Mit Hilfe der Vipassana-Meditation habe Buddha »alle Energien loslassen« können und so das irdische Erleben eines paradiesischen Zustands erreicht, berichtet Han Shan.
Dabei betonte der gebürtige Offenbacher, dass er »kein Buddhist im religiösen Sinne« sei, wie auch die Lehre Buddhas keine Religion sei. Der Buddhismus in seinen unterschiedlichen Spielarten sei vielmehr ein von der Kultur der jeweiligen Länder beeinflusstes Produkt, während die Lehre Buddhas die »ultimative Wahrheit« verkörpere.
Negative Energien können sich festsetzen
Religionen sind nach der Auffassung von Han Shan »immer nur Hilfsmittel und Gerüst, um die ultimative Wahrheit in uns selbst freizulegen«. Religionen beschrieben deshalb den Weg, aber nicht das Ziel, erläuterte Han Shan. Diese Wahrheit müsse jeder in sich selbst erarbeiten, betonte der ehemalige Unternehmer und bezeichnete die Vipassana-Methode als eine in sich selbst schauende Meditation, die die Aufmerksamkeit schule und trainiere.