Artikel vom
13.02.2010 - 04.00 Uhr
Klose erteilt Kreis eine Absage
Gießen/Fernwald (no). Der ehemalige Bürgermeister von Fernwald, Matthias Klose (CDU), ist nicht mehr daran interessiert, in der Kreisverwaltung die ihm bereits vom Kreisausschuss zugesprochene Leitung des Fachbereichs Jugend und Soziales zu übernehmen.
Er zog damit die Konsequenz aus den politischen Diskussionen und der Tatsache, dass drei Mitbewerber wegen Kritik am Vergabeverfahren vor Gericht gezogen waren. Auf Nachfrage sagte Landrätin Anita Schneider (SPD), das Verfahren werde aufgehoben, die Stelle neu ausgeschrieben.
Am Vormittag hatte Klose auch die Presse darüber in Kenntnis gesetzt, »dass ich meine Bewerbung heute mit Schreiben an den Kreisausschuss zurücknehme«. Er erinnerte daran, dass er sich auf die öffentliche Stellenausschreibung des Kreises beworben und auf Einladung an einem Vorstellungsgespräch teilgenommen habe. So sei »die nachfolgende Besetzungsentscheidung des Kreisausschusses nach den Grundsätzen der Bestenauslese zu meinen Gunsten« ausgefallen. Dagegen aber habe Landrat Willi Marx (SPD) Widerspruch eingelegt. Klose kritisiert, dass »dies bereits vor der Kreisausschuss-Entscheidung presseöffentlich unter Nennung meines Namens angekündigt« worden sei.
Dann seien vor dem Verwaltungs- und dem Arbeitsgericht Rechtsschutzbegehren beziehungsweise Konkurrentenklagen dreier Mitbewerber geltend gemacht worden. Auch darüber habe man ausführlich in den Zeitungen lesen können. »In den öffentlichen Mitteilungen zu diesem Verfahren war ich wiederholt als Person unter Verwendung persönlicher Daten aus meiner Vita genannt«, sieht Klose Persönlichkeitsrechte und Datenschutz grob missachtet. Und außer ihm sei keiner der Mitbewerber in der Presse namentlich erschienen. »Weiter sah ich mich (...) unsachlichen Diffamierungen und persönlichen Angriffen ausgesetzt.« Dabei sei es nicht um das Verfahren, sondern um seine Person gegangen. »Die Mitteilung der SPD-Kreistagsfraktion mit den unqualifizierten Verlautbarungen von Herrn Pilger (...) ist nur ein Beispiel dafür.
Gut nur, dass Klose nach der Wahlniederlage in Fernwald nicht allein beim Kreis sein berufliches Fortkommen suchte. Wie er auf Nachfrage sagte, ist er jetzt als Angestellter bei der »ekom21« tätig, dem ehemaligen Gebietsrechenzentrum.