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A5-Fahrbahnoberfläche bei Fernwald in der Kritik

Artikel vom 23.02.2010 - 15.00 Uhr

A5-Fahrbahnoberfläche bei Fernwald in der Kritik

Fernwald (pm). »Der zweite Besuch im Verkehrsministerium in Wiesbaden, der auf Grund der Protestfahrt im Dezember zustande gekommen war, brachte kein zufriedenstellendes Ergebnis«, heißt es in einer Pressemitteilung der Bürgerinitiative gegen den Lärm der A5.
Aber das fast zweistündige Gespräch mit dem Abteilungsleiter für Verkehr und Straßenbau Bernhard Maßberg und Egon August Brill (Planfeststellung und Straßenrecht) habe neue Erkenntnisse für die BI-Vorstände Gerd Espanion und Werner Reitspieß gebracht, »denen man jetzt hartnäckig nachgehen will«.

Eine Geschwindigkeitsbegrenzung - auch zeitlich begrenzt als Testphase - wurde von den beiden Ministeriumsvertretern nicht in Aussicht gestellt. Die Vertreter des Verkehrsministeriums begründeten die Ablehnung in erster Linie mit Klagen von Privatpersonen gegen Geschwindigkeitsbegrenzungen. Solche Klagen von Einzelpersonen seien in der Vergangenheit, zum Beispiel in Südhessen, bereits erfolgreich gewesen.

»Da eine Geschwindigkeitsbegrenzung im Bereich Fernwald die notwendigen drei Dezibel nicht erbringen wird, hat eine entsprechende Klage beste Aussichten auf Erfolg«, so Brill. Die BI stellt an dieser Stelle die Frage: »Steht in unserem Land das Einzelinteresse einiger unbelehrbarer Raser über dem Gemeinwohl?«

Weiterer Kritikpunkt der BI: In der Imagebroschüre des ASV Schotten werde der Oberbau im Teilabschnitt Fernwald mit Asphalt ausgewiesen. Tatsächlich handele es sich aber um eine Betondecke. Das sei lediglich ein Fehler in der Broschüre, habe man zu hören bekommen. Die Entscheidung für Beton sei nur auf Grund der niedrigeren Baukosten gefallen. Es sei nicht so, dass dort wo Asphalt in der Vergangenheit verlegt war, auch wieder Asphalt aufgetragen wird (dies hatte die BI noch beim ASV in Frankfurt zu hören bekommen). Der Betonoberbau erfülle aber alle Vorgabekriterien der Ausschreibung im Vergleich zu einer Asphaltdecke, erklärten die Ministeriumsmitarbeiter. »Wer allerdings die Autobahn von Fernwald bis Reiskirchener Kreuz selbst einmal befährt, wird sofort den Unterschied zwischen Asphalt und Beton im wahrsten Sinne zu spüren bekommen, und auch die Lärmentwicklung ist im direkten Vergleich wesentlich höher«, meint dagegen die BI.

Mit der Frage nach der Oberflächenbeschaffung berührte sie offensichtlich einen wunden Punkt im Ministerium. Brill und Maßberg berichteten in diesem Zusammenhang von »Zoff« und »Auseinandersetzungen« mit der bauausführenden Firma, was Espanion und Reitspieß aufhorchen ließ. Abteilungsleiter Maßberg, der des öfteren den Teilabschnitt Fernwald befährt, sprach von einer nicht gerade »guten« Oberfläche der Fahrbahn und bestärkte damit die Meinung der BI. Die Frage, ob eine Ebenheitsmessung vorgenommen wurde, konnte von den beiden Vertretern des Ministeriums nicht beantwortet werden - eine schnelle Prüfung wurde der BI aber zugesichert. In diesem Zusammenhang wird auch nochmals der Höhenverlauf der Fahrbahn kontrolliert, denn die BI hat nach wie vor den Verdacht, dass die neue Fahrbahn gegenüber der Alten erhöht worden ist.



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