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Vortrag in Echzell über die Medienkompetenz der Jugend

Artikel vom 06.12.2011 - 12.39 Uhr

Vortrag in Echzell über die Medienkompetenz der Jugend

Echzell (arc). Wie viele und welche Medien braucht mein Kind? Diese Fragen beantwortete Guido Glück von der Fachstelle für Suchtprävention mit einer einfachen Formel: »Wir müssen unseren Kindern das Leben beibringen.« Denn die Eltern seien es, die den größten Einfluss auf Kinder haben.

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Guido Glück von der Fachstelle für Suchtprävention folgt der Einladung des Vereins Amaryllis, um über Medienkompetenz von Kindern zu referieren. (Foto: arc)
Auf Einladung von Amaryllis, des Fördervereins für die Echzeller Kindergärten, war der Mitarbeiter der Fachstelle für Suchtprävention in die Horlofftalhalle gekommen. Dort informierte er Eltern und Jugendleitern von Vereinen sowie Mitarbeitern der kommunalen Jugendpflege über die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen. Zunächst betonte Glück, man müsse sich von der traditionellen Denkweise »Fernsehen ist schlecht und Bücher sind gut« lösen. Denn jemand, der sich den ganzen Tag mit Büchern beschäftige und deshalb nicht mehr am Leben teilnehme, habe ein genauso großes Problem wie jemand, der den ganzen Tag am Computer oder vor dem Fernseher sitze.

Wie kann man aber nun Kindern den richtigen, das heißt maßvollen Umgang mit den neuen Medien vermitteln? Auch hierbei spielten die Eltern die wichtigste Rolle, sagte Glück. Hierzu müsse man wissen, dass es für Kinder unter drei Jahren kein passendes Fernsehprogramm gebe. Kinder dieses Alters seien in keiner Weise in der Lage, das Gesehene zu verstehen oder zu verarbeiten. Dies könne man leicht daran erkennen, wie lange Kinder im Vorschulalter sich an den einfachen Zeichnungen eines Bilderbuchs aufhalten. Die schnellen Bildwechsel im Fernsehen überforderten ihre Wahrnehmung. Wenn sie im Grundschulalter seien, gebe es einige wenige Sendungen, die geeignet seien.

Für das maßvolle Nutzen des Fernsehers gelte es, Rituale und Regeln aufzustellen. So sollte man sich zusammen mit seinem Kind das Fernsehprogramm zur Hand nehmen und eine geeignete Sendung heraussuchen. Beginnt diese Sendung, wird der Fernseher angeschaltet, ist diese Sendung vorüber, wird der Fernseher ausgeschaltet. An diese Regeln sollten sich die Erwachsenen auch selbst halten in Gegenwart ihrer Kinder. Das Hin- und Herschalten auf der Suche nach weiteren interessanten Sendungen sollte unterbleiben. Selbstverständlich lassen die Eltern ihre Kinder nicht alleine beim Fernsehen. Sie sollten sie stets begleiten und bereit sein, ihren Kleinen das Gesehene zu erklären.

Nach derselben Regel sollte man mit allen Medien verfahren, empfahl Glück. Zum einen klare Regeln und Rituale für deren Nutzung, zum anderen die Kinder dabei nie alleine zu lassen. Dies gelte besonders für das Internet. Allerdings erfordere dies von den Eltern, sich auch mit den neuen Medien zu beschäftigen, um sich damit wenigstens grundlegend auszukennen.

Die wichtigen Dinge im Leben seien die Menschen und das wirkliche Miteinander, betonte Glück. Er forderte die Erwachsenen auf, dies den Kindern auch vorzuleben. Wenn das Kind seinen Vater stets mit einem Handy am Ohr sehe und immer auf später vertröstet werde, werde es die Botschaft mit ins Leben nehmen: »Das Handy ist wichtiger als mein Gegenüber.« Deshalb sollten die Eltern sich bewusst sein, dass sie ihren Kinder durch Vorleben ihre Werte vermitteln.



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Artikel vom 06.12.2011 - 12.39 Uhr
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