Eine unstrukturierte Reise im Stil von »Work & Travel«, das wäre ohnehin nichts für sie. Viele ihrer Klassenkameraden hätten sich für ein Jahr des Reisens mit Arbeitsvisum in Australien oder Neuseeland entschieden. Einige gehen als Au-pair in die USA. » ›Work & Travel‹ ist mir zu frei, und als Au-pair arbeitet man die ganze Zeit. Da ist ›Weltwärts‹ ein schönes Zwischending.« Außerdem könne man sich den Freiwilligendienst für gewisse Studiengänge anrechnen lassen, habe also Vorteile bei der Zulassung. Und die gute Betreuung durch Ministeriumesitarbeiter in Deutschland und vor Ort gewährleiste eine Sicherheit, die auch ihren Eltern gefalle.
Noch sucht sie Sponsoren
Der erste Teil des »Weltwärts«-Programms hat für Katharina bereits begonnen: Für eine Kostenbeteiligung von 1800 Euro muss sie Sponsoren finden. Neben der Erleichterung für die öffentlichen Kassen sei dies für die Jugendlichen ein Lernprozess. »Ich brauche noch 600 Euro«, sagt Katharina. Wer ihr unter die Arme greift, erhält eine Spendenbescheinigung und wird auf ihrem Blog erwähnt: http:// katha-minsk.blogspot.com. Einmal wöchentlich will sie ein Internet-Café besuchen, um ihre Erlebnisse festzuhalten. Auch in der WZ wird sie regelmäßig berichten.
Von ihrem Jahr in Belarus verspricht sich die 19-Jährige viel: Selbstfindung, die Kinder zu unterstützen, damit sie merken, dass sich jemand um sie kümmert, und Spaß - der gehöre auch dazu. Inzwischen hätten sich sogar ihre Eltern mit der Idee angefreundet, ihre Tochter alleine in ein fremdes Land ziehen zu lassen. »Sie waren erst mal nicht begeistert. Jetzt freuen sie sich aber für mich. Meine Eltern finden es gut, dass ich etwas wage und ganz alleine für mich ausprobiere.«