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Echzell – Archäologie und Modernisierung

Artikel vom 15.01.2008 - 14.37 Uhr

Echzell – Archäologie und Modernisierung

Die heutige Gemeinde Echzell entstand in den Jahren 1970 bis 1972 im Zuge der Gemeindegebietsreform, bei der die ehemals selbstständigen Orte Bingenheim, Bisses, Echzell, Gettenau und Grund-Schwalheim zur Großgemeinde Echzell zusammengeschlossen wurden. Etwa 6000 Menschen leben heute hier. Bürgermeister ist Dieter Müller (SPD).
Bingenheimer Ried Echzell
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Bingenheimer Ried
© Gemeinde Echzell
Seit der Jungsteinzeit, ab etwa 5000 v. Chr., kann durch archäologische Funde eine nahezu lückenlose Besiedlung des Echzeller Raums nachgewiesen werden. Neben Funden aus der Bandkeramischen und Rössener Kultur sind insbesondere Siedlungsspuren der Michelsberger Kultur (fünftes bis viertes Jahrtausend v. Chr.) belegt. Auch die zahlreichen im Echzeller, Bingenheimer und Gettenauer Wald erhaltenen Hügelgräber gehören vereinzelt bereits der spätesten Jungsteinzeit (Schnurkeramische Kultur) an. Weitere Hügel wurden in der mittleren Bronzezeit (16. bis 13. Jh. v. Chr.) und besonders in der Endphase der späten Bronzezeit (Urnenfelderkultur) im neunten und achten Jahrhundert v. Chr. angelegt.

Die Kerngemeinde Echzell wird 782 erstmals in einer Schenkungsurkunde Karls des Großen an das Kloster Fulda urkundlich erwähnt. Die Entstehung von Bisses fällt vermutlich in die Zeit von 800 bis 900 n. Chr. Bingenheim ist seit 1018 nachweisbar. Von Grund-Schwalheim ist bekannt, dass der Hof bereits vor 1129 dem Augustinerkloster Schiffenberg bei Gießen gehörte. Gettenau wird in einer Urkunde von 1260 zum ersten Mal genannt.

Mit der Aufnahme von nahezu 1500 Evakuierten und Heimatvertrieben nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte Echzell eine Bevölkerungsexplosion. Sie war der Auslöser für die recht frühe Inangriffnahme der Neubausiedlung am »Preulen« (1948). Das rührige Gemeindeleben fand seinen Niederschlag unter anderem in der Errichtung der katholischen Kirche (1956), der Wetterauschule (1957, heute Kurt-Moosdorf-Schule) und des Gemeindekindergartens (1959). Die Folgejahre waren geprägt von dem beharrlichen Bemühen, die kommunale Infrastruktur zu verbessern: Ausbau des Ortsstraßennetzes, Erneuerung der Kanalisation, großzügige Baulanderschließung sowie Bau der Horlofftalhalle (1979), des Sportzentrums (1981) und des Bürgerzentrums in Bingenheim (1991). 1987 wurden die Kerngemeinde und Gettenau in die Dorferneuerung aufgenommen. Unter anderem wurden die Ortsdurchfahrt (L 3188) zurückgebaut und das ehemalige Molkereigebäude zu einem Kindergarten und zur Kulturwerkstatt umgebaut (1997/98).

Danach wurde Bingenheim von 1998 bis 2007 mit Landesmittteln gefördert: Die Außenanlagen rund um Bürgerzentrum und Kindergarten wurden neu gestaltet, der Spielplatz am Sportgelände modernisiert sowie ein Grillplatz errichtet. Zuletzt entstand aus dem alten Kindergarten das neue »rote Haus«, eine Begegnungsstätte für Senioren, Jugend und Vereine. 2007 feierte die Gemeinde das 1225-Jahr-Fest, das von der Kommune gemeinsam mit 37 Ortsvereinen und -gruppierungen sowie zahlreichen Privatleuten ausgerichtet wurde.

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Artikel vom 15.01.2008 - 14.37 Uhr
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