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Die Brotdose hat in der Rappelkiste ausgedient

Artikel vom 10.12.2011 - 17.30 Uhr

Die Brotdose hat in der Rappelkiste ausgedient

Echzell (kai). Lecker sieht es aus: Frischkäsekugeln in Pumpernickel gerollt, Rohkost-Spieße mit Paprika und Gurken, Tomaten und Mozzarella, Wurst, Obst-Spieße mit Käse, Brot und Brötchen. Liebevoll hat Erzieherin Annette Schneider mit den 69 Rappelkisten-Kinder das tägliche Frühstücksbüfett zubereitet. Routine für die Beteiligten.

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Lecker sieht das Frühstücksbüfett aus, das die Kinder gemeinsam mit einer Erzieherin selbst zubereiten. Jeder bedient sich und wählt aus, was er besonders mag.
Seit einigen Monaten haben Brotbüchsen und der schnelle Besuch beim Bäcker vorm Kindergartenstart ausgedient. »Wir haben erkannt, dass Kinder eine vernünftige Ernährung brauchen und sich viel bewegen müssen«, erklärt Kindergartenleiterin Gabi Kröll. Alarmiert von Studienergebnissen, die besagen, dass zehn Prozent aller Schulanfänger übergewichtig sind, wollten die Kindergärtnerinnen aktiv werden. Zufällig entdeckte Kröll das Präventionsangebot der AOK »TigerKids« und beschloss, mitzumachen. An einem Wochenende im Frühjahr gab es eine Schulung für die Rappelkisten-Erzieherinnen. »Die war richtig gut«, lobt Kröll. Motiviert starteten sie als erster Kindergarten im Wetteraukreis in das Programm: Gesundes Frühstück plus mehr Bewegung.

»Erhobene Zeigefinger gibt es bei uns nicht«

Die Zusammenarbeit mit der AOK ist auf drei Jahre angelegt. »Alles wird den Kindern spielerisch näher gebracht, erhobene Zeigefinger gibt es bei uns nicht«, erklärt Kröll. Für die Eltern gab es zum Start einen Infoabend, seither bekommen sie einmal im Quartal Post mit Informationen zur gesunden Ernährung und Bewegung im Alltag. »Im Kindergartenalter prägt sich das Essverhalten der Kinder aus.« Vielfach hätten ihre Kolleginnen und sie in den vergangenen Monaten beobachtet, dass die Kinder Dinge essen, von denen ihre Eltern sagten, sie würden es nicht mögen. »Bei uns werden die Kinder angehalten, alles zu probieren.« Zehn Euro im Monat zahlen die Eltern für das Frühstücksangebot.

Das Mithelfen ist ein weiterer Pluspunkt: Im Esszimmer holen sich die Zwei- bis Sechsjährigen selbst ihre Tassen, Teller, schmieren sich Brot oder Brötchen, räumen anschließend auf. »Die Älteren helfen den Jüngeren, das fördert das Sozialverhalten, inzwischen haben sich schon richtige Frühstücksteams gebildet«, verrät Kröll.

Die momentan drei wöchentlichen Turnstunden genießen die Kinder: Wie ein Weihnachtsgeschenk durften die Zwei- bis Sechsjährigen aus der Gänsegruppe ihre Freunde mit Bierdeckeln einpacken. Dann alle Deckel abschütteln. »Wir schulen die Bewegungsabläufe, die Geschicklichkeit, die Konzentration«, zählt Kröll auf. »Kinder leiden heute an Bewegungsmangel, sitzen sie zwei Stunden vorm Fernseher, bewegen sie sich in der Zeit nicht«, rechnet sie vor. Nach den ersten Monaten im »TigerKids«-Programm spüren die Rappelkisten-Erzieherinnen bereits die Veränderungen: »Im Kindergarten ist es ruhiger geworden, die Kinder sind weniger aggressiv und hilfsbereiter.«

Während der dreijährigen Zusammenarbeit wiederholen sich die Aktionen zu Ernährung und Bewegung. »Ich preise das Programm immer wieder unter Kollegen an, es ist toll«, lobt Kröll. »Wir haben lange überlegt, am Frühstück etwas zu ändern, das ist jetzt gelungen.« Ein Frühstücksbüfett anzubieten, mache nicht mehr Arbeit. »Für die Kinder ist es eine tolle Sache, sie können Lebensmittel anfassen, daran riechen, sie schmecken«, schwärmt Kröll.

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Artikel vom 10.12.2011 - 17.30 Uhr
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