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Auto bringt Missbrauchs-Prozess ins Rollen

Artikel vom 19.02.2010 - 16.00 Uhr

Auto bringt Missbrauchs-Prozess ins Rollen

Echzell (ti). Ein rotes Auto hatte die Sache ins Rollen gebracht. Ein Mann soll mit seinem Fahrzeug in Echzell herumgefahren sein und aus diesem heraus Kinder angesprochen haben. Die wiederum erzählten das ihrer Lehrerin. Einige Mädchen berichteten von einem ihnen bekannten Herren, der einen solchen Wagen fahre: dem heute 73-Jährigen, der sich seit dem 25. Januar vorm Landgericht Gießen verantworten muss.
Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, zwischen September 2007 und Mai 2008 in seiner damaligen Wohnung vier Mädchen sexuell missbraucht zu haben. In einem von insgesamt 14 Fällen soll es sogar zur Vergewaltigung gekommen sein. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe.

Gestern sagten mehrere Kriminalbeamte aus, die in dem Verfahren ermittelt hatten. Eine 39-jährige Polizistin berichtete von den ersten Kontakten mit zwei Mädchen. Sie sei von der Schule informiert worden, dorthin gefahren und habe mit den mutmaßlichen Opfern gesprochen. Während eines der beiden »total verstört« gewesen sei und irgendwann »dicht gemacht« habe, seien von dem anderen Kind Vorkommnisse detailliert geschildert worden. Dass der Senior sie anfassen würde und sie Geld dafür bekämen.

Die Kleine habe gewusst, wo der Angeklagte Pornohefte und einen Vibrator aufbewahre, und dass er immer nackt in der Wohnung herumlaufe. Nach diesen Gesprächen kam die Kriminalbeamtin, die sich seit 1996 mit Sexualdelikten beschäftigt und weiß, dass missbrauchte Kinder sämtliche Facetten an Verhaltensweisen zeigen können, zu dem Schluss: »Da ist was dran an der ganzen Geschichte.« Sie informierte ihre Kollegen, die noch am selben Tag die Wohnung des Angeklagten durchsuchten und Gespräche mit der Staatsanwaltschaft führten. Seitens der Kinder sei auch die Rede von einem jüngeren Mann gewesen, der sich in der Wohnung des Angeklagten aufgehalten haben soll. Er soll ihnen Geld versprochen haben, wenn sie ihm »junge Mädchen beschafften«, sagte eine Polizistin. Beim Angeklagten daheim hätten die Beamten allerdings keine Person angetroffen, auf die diese Beschreibung passte. Die Ehefrau des 73-Jährigen bestritt zudem, Besuch gehabt zu haben.

Der Prozess wird am Montag fortgesetzt. Dann soll auch eine Tochter des Seniors gehört werden, die vor Jahren von ihm vergewaltigt worden sein soll. Zum jüngsten Verhandlungstermin war sie nicht erschienen.

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Artikel vom 19.02.2010 - 16.00 Uhr
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