Streusalz-Lager leer: Warnschilder ersetzen den Winterdienst
Butzbach (en). Während die Situation in anderen stichprobenartig angefragten Städten und Gemeinden nicht mehr so kritisch ist wie noch vor einigen Wochen, muss Butzbach offenbar nun endgültig passen: Im Bauhof gibt’s kein Streusalz mehr.
Dank dem Tauwetter derzeit nur morgens nach frostiger Nacht ein Problem: Auf dem Gehweg vom Friedhof bis zur Stadtschule wird weder geräumt noch gestreut. (Foto: nic)
Genauer gesagt: Es gibt nur noch eine eiserne Reserve, aber selbst die wird am Sonntag aufgebraucht sein. Denn tagsüber ist zwar weiterhin Tauwetter angesagt, aber nachts auch leichter Frost. Was morgens zu tückischer Glätte führen kann.
Auch diverse Bürgersteige werden schon seit einigen Tagen nicht mehr gestreut, zum Beispiel der entlang der B 3 in Höhe der Stadtschule. Schilder machen hier die Fußgänger auf die Einstellung des Winterdienstes aufmerksam.
Die nächste Salzlieferung kann die Stadt erst in einer Woche, am kommenden Freitag, erwarten - Pressesprecher Olaf Hoerschelmann beschreibt gegenüber der Presse das Szenario zwischen Sonntag und Donnerstag: »Die Stadt muss dann den Winterdienst komplett einstellen, wir werden entsprechende Warnschilder aufstellen. Falls es wider Erwarten größere Mengen Schnee geben sollte, wird auch nur dort geschoben, wo es unumgänglich ist und wenn nicht die Gefahr besteht, dass genau die freigeschobenen Flächen vereisen.«
Schon seit Wochen gilt der Notfall-Streuplan (wir berichteten), um mit dem Salz hauszuhalten, und in den Stadtteilen wird laut Hoerschelmann auch nur noch dort gestreut, wo es unbedingt sein muss.
Dennoch: Dem Vorschlag, im kommenden Frühwinter 200 statt 100 Tonnen Streusalz einzulagern, erteilt der Sprecher eine klare Absage: »Das hätte nur für kurze Zeit etwas gebracht.« Und wenn dann wieder ein milder (und für die letzten Jahre typischer) Winter käme, habe man Berge von Salz übrig. Das Material selbst koste die Stadt einiges, ebenso das notwendige größere Lager. Verwenden kann man das Streugut auch im zweiten Winter noch, sowohl das in Säcken als auch das lose auf einem großen Haufen liegende.
Überhaupt - die Kosten: »Streusalz ist im Moment so teuer wie noch nie«, weiß Hoerschelmann, »Nachfrage und Angebot bestimmen den Preis«.
Das sieht auch Wolfgang Renz vom Ober-Mörler Bauhof so: »Sonst waren wir mit 13 Euro für den Doppelzentner dabei, jetzt sind es um die 20. Aber man braucht das Salz eben.« Er hat von bestellten drei immerhin eine Tonne bekommen - pikanterweise von einem Händler aus Butzbach. Allerdings bevorzugen die Ober-Mörler aus Platzgründen das verpackte, die Butzbacher das lose. Damit ist Renz in Anbetracht der relativ unproblematischen Wetterprognose zunächst einmal nicht allzu besorgt.
Zwischen beiden steht Rockenbergs Bauhofleiter Wolfgang Triebert: Nicht ganz so kritisch wie in Butzbach ist hier die Lage, aber auch nicht so locker wie in Ober-Mörlen.