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Nach fast 200 Jahren: Zuckerfabrik-Schornstein gesprengt

Artikel vom 02.02.2012 - 22.41 Uhr

Nach fast 200 Jahren: Zuckerfabrik-Schornstein gesprengt

Butzbach-Griedel (bd). Ein Wahrzeichen weniger hat seit Donnerstagmittag der Stadtteil Griedel: Der charakteristische Schornstein des Hofguts Bender wurde gesprengt.

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Sprengung gelungen, der Schornstein-Schutt ist ein Fall für den Bagger. (Foto: Dörr)
Wo die Wetter ihren Knick nach Süden macht, erinnert nur noch ein Haufen Schutt an das 28 Meter hohe, weithin sichtbare Bauwerk, auf dem bis in die sechziger Jahre regelmäßig ein Storch nistete.

Der Schornstein gehörte zum Hofgut Bender, das der Rentamtmann Elias Carrière um 1800 hatte bauen lassen, damals noch wegen des sumpfigen Geländes als Weiherhof. Mitsamt der 275 Morgen Land kaufte laut Lokalhistoriker Werner Wagner 1822 der Butzbacher Postmeister Philipp Moritz Bender den Hof – woraufhin sich die Bezeichnung Posthof durchsetzte.

Als auf dem Posthof um 1830 von Karl Weinrich für etwa zehn Jahre die erste oberhessische Zuckerfabrik eingerichtet wurde, bestand für die Griedeler Bauern und Knechte eine von wenigen Möglichkeiten, Arbeit zu finden. Später wurde hier eine Schnapsbrennerei eingerichtet.

Für die Sprengung mussten gestern Mittag alle Menschen eine 250-Meter-Zone verlassen, zusammen mit weiteren Schaulustigen verfolgten sie das fachmännisch vorbereitete Spektakel von der Wetterbrücke am Münzenberger Weg aus.

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