Butzbach-Kirch-Göns (hjp/en). Mit einer 500 Meter langen Menschenkette haben die Schüler der MPS »Oberer Hüttenberg« für den Erhalt ihrer Schule demonstriert.
Ein imposantes Bild: Etwa 500 Kinder und Jugendliche bilden eine Menschenkette rund um die MPS Oberer Hüttenberg, deren Sekundarstufe geschlossen zu werden droht. (Foto: hjp)
Während der großen Pause versammelten sich die knapp 500 Kinder und Jugendlichen mit Plakaten rund um das Schulgebäude, um Hand in Hand für »ihre« Schule zu kämpfen – unterstützt vom Kollegium und zahlreichen Eltern. Der Anlass: Von den drei Realschulen in Butzbach sollen laut dem noch nicht beschlossenen Schulentwicklungsplan nur zwei überleben. Und in der Konkurrenz mit Stadt- und Schrenzerschule in der Kernstadt kann die MPS zwar viele Argumente ins Feld führen, muss aber eingestehen, dass ihre Schülerzahlen in den letzten Jahren erheblich zurückgegangen sind.
Schulleiterin Ute Siegel zählt die gesammelten Vorteile auf: »Die Vertrautheit, die nur eine kleinere Schule bietet, der Zusammenhalt, pädagogisch vernünftige Klassengrößen, intensive und persönlichen Betreuung der Lernenden durch die Lehrkräfte, Früh- und Nachmittagsbetreuung, immer mehr AGs, die unproblematische Erreichbarkeit mit Auto und Bus, und nicht zuletzt der zur Verfügung stehende Platz sowie die beiden Sporthallen direkt nebenan.«
Zudem sei die Einrichtung einer Klasse »10 H« im weiten Umkreis einmalig: Hauptschüler »mit Spätzündung« können dort ihren Realschulabschluss erwerben. Diese Chance werde, so die Schulleiterin sogar von Schülern aus Bad Nauheim und Friedberg wahrgenommen.
Ute Siegel und der Kirch-Gönser Pfarrer und Religionslehrer William Thum appellierten an die Politiker im Kreistag, sich bei ihrer Entscheidung nicht nur von Zahlen und ökonomischen Gesichtspunkten leiten zu lassen, sondern auch pädagogische Möglichkeiten ihrer Entscheidung zugrunde zu legen.
Denn die Krux ist einmal mehr das Geld: Kleine Schulen sind in der Verwaltung teurer als große, vor allem aber ist das 1968 gebaute Schulgebäude »marode«, wie die Schulleiterin sagt. Das sei in der Schrenzerschule ähnlich, doch bei einer Sanierung spiele die Zahl der Schüler eine gewichtige Rolle.
Gleichwohl betonte Pfarrer Thum: »Berichte über eine Auflösung der Schule grenzen an Rufmord.« Wer sein Kind anmelde, dürfe auch davon ausgehen, dass sein Kind auch bis zum Schulabschluss an der MPS beschult werde.