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19.02.2010 - 20.13 Uhr
Hallenbad: Einstimmig und doch nicht ganz einig
Butzbach (vj). Das Hallenbad wird saniert. In einer Sitzung des Stadtparlaments am Donnerstagabend fassten die Stadtverordneten nach monatelanger heftiger Diskussion den - einstimmigen - Beschluss, Sanierungsmaßnahmen nach dem Konzept der Ingenieurbüros E-Haus und IRE Gießen abschnittsweise durchzuführen.
Das Konzept sieht vor, auf eine Sanierung des Sauna- und Solariumbereichs aus Kostengründen zu verzichten, sodass das Hallenbad nach der Sanierung nur noch für den Schul- und Vereinssport sowie zum Schwimmen für jedermann (und -frau) zur Verfügung stehen wird. Der Saunabetreiber wird ins Schrenzerbad umziehen.
Bei dieser Sanierung ohne Nutzung der Kellerräume als Sauna bestünden deutlich geringere Anforderungen an die brandschutztechnischen Qualitäten der Bauteile, heißt es in dem Konzept. Die Kosten von knapp 4,5 Millionen Euro sollen unter anderem aus dem Bund-Länder-Programm zur Förderung der energetischen Modernisierung sozialer Infrastruktur sowie aus dem Sonderinvestitionsprogramm zur Sanierung von Hallenbädern finanziert werden.
Wenn er die Historie beschreiben wollte, würde die Zeit nicht ausreichen, erklärte SPD-Fraktionschef Dr. Matthias Görlach zu Beginn der Aussprache. Vor sieben Jahren habe man einen Neubau errichten wollen, nicht damit jemandem ein Denkmal gesetzt werde, sondern weil bereits zu erwarten gewesen sei, dass andere Varianten für die Stadt sehr teuer würden. Dieser Plan sei gescheitert.
Dass jetzt alles so schnell gehen müsse, liege daran, dass der Haushalt baldmöglichst eingebracht werden müsse. Die SPD stimme der vorliegenden Planung »mit Bauchschmerzen« zu, so Görlach, das liege an den Risiken, die mit der Sanierung eines derart maroden Gebäudes verbunden seien. Die SPD stehe jedoch hinter den Bäderbetrieben und lasse sie nicht im Regen stehen, wenn es zusätzliche Kosten gebe.
Die Variante sei auch von den kleinen Parteien favorisiert worden. Der Verzicht auf die Sauna lasse die Sanierung nicht noch teurer werden. Deshalb verstehe er nicht, warum jetzt genau diese kritisiert werde.
Grünen-Sprecher Rüdiger Maas versuchte zu erklären: Schlecht sei, dass die Sauna ins Schrenzerbad solle, in eine »potenzielle Investitionsruine«. Doch zunächst wolle er seine Freude darüber zum Ausdruck bringen, dass der Beschluss vermutlich einstimmig gefasst werde.
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