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Gerhard Möller: »Die Republik wird weniger, älter und bunter«

Artikel vom 24.01.2012 - 15.36 Uhr

Gerhard Möller: »Die Republik wird weniger, älter und bunter«

Butzbach (bd). Der Fuldaer Oberbürgermeister Gerhard Möller (CDU) war Hauptredner beim 14. Neujahrsempfang der Stadt am Freitagabend im gut gefüllten Bürgerhaus: 300 Gäste aus allen gesellschaftlichen Bereichen waren der Einladung gefolgt, der Empfang stand diesmal unter dem Motto »Die Zukunft der Gemeinden«.

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Applaus vom Publikum: Rund 300 Zuhörer sind zum städtischen Neujahrsempfang gekommen und lauschen nicht nur den Worten der Butzbacher Politiker, sondern vor allem auch denen des Fuldaer Oberbürgermeisters Gerhard Möller. (Foto: Dörr)
Die Begrüßung übernahm Stadtverordnetenvorsteher Dr. Matthias Görlach (SPD), der unter anderem Landtagspräsident Norbert Kartmann, den ehemaligen Landwirtschaftsminister Willi Görlach und Altbürgermeister Klaus Jürgen Fricke willkommen hieß.

Musikalisch eröffnete das Programm der Frauenchor »Da Capo« des Gesangvereins Liederkranz Nieder-Weisel unter der Leitung von Jochen Stankewitz als städtischer Kulturpreisträger 2011.

»Die Zukunft der Gemeinden«, hieß das Motto des Empfangs, bereits Dr. Görlach hatte in seiner Rede von dem »erheblichen finanziellen Druck« auf die Kommunen gesprochen. Das Thema führte Bürgermeister Michael Merle weiter, bevor er Gerhard Möller ankündigte. Es sei sein persönlicher Wunsch gewesen, so Merle, dass der Fuldaer Oberbürgermeister als einer der erfahrensten hessischen Kommunalpolitiker, einmal nach Butzbach komme, um seine ureigenste Sicht der Dinge vorzustellen. Man hoffe, von seinem großen Wissen zu profitieren.

Möller ist Präsident des Hessischen Städte- tages und war insofern prädestiniert dafür, gerade in diesem Jahr die Neujahrsrede zu halten, stehen doch die Kommunen vor besonderen Herausforderungen. »Was wird künftig noch bezahlbar sein angesichts des spürbaren Alterungsprozesses in Deutschland?«, fragte er und beschrieb die Lage in wenigen Worten: »Die Republik wird weniger, älter und bunter«.

In der Wetterau und in Butzbach sei die Situation noch nicht so spürbar wie andernorts. Im Moment sei es eher ein schleichender Wandel. Es werde künftig in den Kommunen darauf ankommen, wie man mit den älter werdenden Menschen umgehe, wie man ihre Betreuung organisiere. Auch werde die intensivere Betreuung der Kinder im Vorschulalter vonnöten sein. Es gelte, Bildung und Erziehung kontinuierlich auszubauen. Gerade in der U3-Betreuung stehe man vor großen Herausforderungen. Das Land werde selbst mehr Mittel in die Hand nehmen müssen, um die Möglichkeiten der Kleinsten besser zu nutzen.

Es gehe auch um Integration, um Inklusion und die Gleichstellung der Behinderten. Alles seien neue Aufgaben, und alles sei im Wandel, auch der Schulbereich. Hier dürfe die Förderschule nicht zum Altfall werden. Die Neuausrichtung von Kindergarten, Schule und öffentlichem Raum koste vor allem auch Geld, das man in die Hand nehmen müsse.

Reformen und Anpassungen an aktuelle Herausforderungen seien zur Daueraufgabe auf der Agenda lokaler Gemeinwesen geworden. Es gehe darum, welche Reformthemen in den kommenden Jahren die größte Bedeutung haben werden. Ziel sei es, abgegrenzte Themenbereiche und Reformfelder zu benennen, auf die sich die Reformbemühungen der Gemeinden konzentrieren sollten. Nicht alles werde populär sein, Konsolidierung sei angesagt.

Eine verstärkte interkommunale Zusammenarbeit und die Kooperation mit anderen Akteuren zeichneten sich als Themenbereiche der Zukunft ab.

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Artikel vom 24.01.2012 - 15.36 Uhr
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