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Kinderpornografie-Besitz kein neues Thema

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Artikel vom 19.11.2009 - 23.55 Uhr

Kinderpornografie-Besitz kein neues Thema

Gießen/Buseck (no). Stück für Stück dringen mehr Details an die Öffentlichkeit von einem Kriminalfall, der - seit seiner Verhandlung am Dienstag vor dem Amtsgericht in Gießen - vor allem in der Kreisverwaltung am Riversplatz ein angesagtes Thema ist. Nicht zum ersten Male, nun aber um eine gravierende Komponente angereichert: Verbreitung, Erwerb und Besitz von kinderpornografischen Schriften, Gewaltvideos und Sodomie-Material.
Warum gerade Aufregung im Landratsamt? Weil der am Dienstag in Abwesenheit zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilte Angeklagte, ein 50-Jähriger aus einem kleineren Busecker Ortsteil, vor nicht allzu langer Zeit noch ein Kreisbediensteter war - bis die Verwaltungsleitung auf Unregelmäßigkeiten aufmerksam gemacht worden war. Das war im Oktober 2008 und noch an der Ostanlage, betraf den Verdacht auf Urkundenfälschung und Diebstahl. Erst die Ermittlungen in dieser Sache förderten die anderen, weit schwerwiegenderen Vergehen zutage.

Landratsamt und Kinderpornos - da war doch schon ’mal was!? Vor fast auf den Tag genau sieben Jahren war gegen einen leitenden Beamten dieser Behörde Strafbefehl ergangen wegen des Besitzes und des Speicherns von Kinderpornografie (StGB § 184, 5). Der Dienstherr hatte daraufhin beim RP die Einleitung eines Disziplinarverfahrens beantragt. Der Beamte selbst, von Haus aus Jurist, war fortan im Krankenstand, hatte psychiatrischen Beistand gesucht.

Aufgeflogen waren die perversen Neigungen des Staatsdieners aber nicht im Amt, sondern im Zuge von Ermittlungen des Bundeskriminalamtes: Der verheiratete Mann hatte sich zu Hause gegen Bezahlung Zugang zu kinderpornografischen Seiten im Internet verschafft. Das BKA war von US-amerikanischen Kollegen darauf aufmerksam gemacht worden. Auf die Schliche gekommen war die Kripo dem pädophilen Zeitgenossen, weil dieser - zum Bezahlen seines Lustgewinns - die Kreditkartennummer hatten preisgeben müssen.

Am Ende war der geständige Delinquent von einem Gericht in Gießen mit einer vergleichsweise niedrigen Strafe bedacht worden: 90 Tagessätze in einer Gesamthöhe, die seinerzeit in etwa dem Monatssalär eines nach A 15 besoldeten Beamten entsprach. Wären es 91 Tagessätze gewesen, hätte der Mann als vorbestraft gegolten und Abstriche bei der Altersversorgung in Kauf nehmen müssen, von der er seither als frühpensionierter Beamter lebt, im Vorruhestand.

Die nunmehr aktuelle Geschichte mit dem Busecker war in ihrem Ursprung eine Angelegenheit, von der - wie es heißt - mehrere Beschäftigte zumindest vom Hörensagen wußten. Als dann vor Jahresfrist die Verwaltungsleitung davon Kenntnis erhalten hatte, war die hausinterne Revision angesetzt worden. Keine 14 Tage später hatte man den unter dringendem Verdacht von Unregelmäßigkeiten stehenden Kollegen innerhalb der Behörde versetzen wollen. Doch dagegen hatte der Betroffene etwas: Er ließ sich krankschreiben. Dieser Status hatte mehr oder weniger Gültigkeit bis zur Auflösung des Beschäftigungsverhältnisses Mitte 2009.



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Artikel vom 19.11.2009 - 23.55 Uhr
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