Artikel vom
10.12.2009 - 19.15 Uhr
Unzufriedenheit über eigene Situation macht oft missgünstig
Buseck (pm). Die Evangelische Kirchengemeinde Alten-Buseck und Trohe konnte am Samstag zu ihrem »FrühstücksTreff« Elisabeth Becker-Christ als Referentin der Evangelischen Frauen in Hessen und Nassau begrüßen. Das Thema »Neid - die Herausforderung durch unangenehme Gefühle« sprach viele Frauen an, die den Gemeindesaal füllten.
Christiane und Madeleine Baron sowie Vanessa Burg nahmen die Gäste mit auf eine musikalische Reise in die Adventszeit.
Ist Neid ein Thema für Frauen? Ist Neid ein gesellschaftspolitisches Thema? - Die Referentin zeigte in einem Rückblick, was Neid ist, wie er sich auswirkt und wie man ihn mindern oder gar loslassen kann. Neid beginne von Kindesbeinen an. Der Geschwisterneid gehöre zur Entwicklung dazu, um das eigene Selbstwertgefühl und eine eigene Identität aufzubauen. So manche Besucherin konnte sich an Neidsituationen aus ihrer Kindheit erinnern - und damit verbundene unangenehme Gefühle.
Es gebe verschiedene Formen von Neid, so die Referentin: »Neid, der mich herausfordert, der mich aufmerksam macht auf das, was mir fehlt, auf das, was ich mir nicht zutraue, was mich fordert, es selber zu versuchen. Neid kann auch zerstörerisch wirken, wenn andere mehr haben, etwas besser können und ich es mir aber nicht zutraue, da mein Selbstwertgefühl nicht ausgeprägt ist. Ich gönne es den anderen nicht, entwerte das, was ich neide.« Die meisten Frauen verstünden unter Neid nicht Missgunst. Neid bedeute nicht, dass sie einem oder einer anderen den Erfolg oder das Glück missgönnten, »sondern sie sind traurig, selbst ein solches Glück oder solchen Erfolg nicht zu haben«. Die Unzufriedenheit über die eigene Situation mache oft neidisch.
Auf die Frage, worauf man neidisch sei, würden oftmals nicht Güter genannt, die knapp sind, sondern unendliche Güter, die alle haben können wie Liebe, gelingende Beziehungen, Zufriedenheit, Zeit und Schönheit. Zum Thema Neid gebe es viele biblische Geschichten. Sie beinhalteten dabei Neid um Besitz, um Macht, um Erfolg und den Geschwisterneid.
Neid sollte nicht geleugnet werden. Es helfe, wenn erkannt wird, was ihn auslöst: »Bin ich bereit, den Preis zu zahlen, um meinen Traum zu erfüllen? Was lässt sich in meinem Leben ändern? Ein gestärktes Selbstwertgefühl hilft, nicht immer nur die Defizite zu sehen.« (Foto: pm)