Buseck (bas). Dicke schwarze Rauchschwaden stiegen am Donnerstag im Ortskern von Großen-Buseck aus einem Fenster der Georg-Diehl-Kindertagesstätte in der Wilhelmstraße.
Dichter Qualm drang aus einem Seiteneingang der Kita. Nur mit Atemschutzgerät konnte das Gebäude betreten werden. (Foto: bas)
Teilweise quoll der Rauch bereits aus dem Dach. Ein loderndes Feuer flackerte hell in einem Raum der Einrichtung - eine gefährliche Situation. In der Kindertagesstätte waren jedoch keine Kinder mehr, denn die langjährige Einrichtung zur Betreuung des Großen-Busecker Nachwuchses fällt derzeit der Abrissbirne zum Opfer, und das Feuer gehörte zu einer Übung der Freiwilligen Feuerwehren aus Oppenrod, Beuern und Großen-Buseck. Dankbar war in diesem Zusammenhang Gemeindebrandinspektor Frank Müller. Da das Gebäude komplett abgerissen werden soll, konnten er und die örtlichen Wehren die Kita als realitätsnahes Übungsobjekt für den Ernstfall verwenden.
Ein alter Autoreifen wurde angezündet; mögliche Gefahrenquellen wären normalerweise beispielsweise Kerzen, Toaster oder Kaffeemaschinen. In der Übungssituation entdeckte ein Passant das Feuer und meldete es per Notrufnummer »112« der zentralen Leitstelle des Landkreises Gießen. Diese wiederum ordnete den Notruf unter »unklare Rauchentwicklung« ein. Dies bedeutete, dass Menschen in Gefahr sein könnten. Die Leitstelle informierte die Ortsteilfeuerwehr.
Rund sieben Minuten dauerte es, bis das erste Löschgruppenfahrzeug anrückte. Gruppenleiter Dominik Panz erreichte im Laufschritt das Gebäude, verschaffte sich einen Überblick, erhielt von einem weiteren Passanten den Hinweis, der Hausmeister sei zum Löschen ins Haus gerannt und nicht wieder heraus gekommen.
Dann ging alles ganz schnell: Schläuche wurden zum Unterflurhydranten gerollt, Wasser spritzte zur Bekämpfung des Brandes aus dem Strahlrohr, gleichzeitig legten sich die Feuerwehrmänner gegenseitig die Atemschutzgeräte an. Einen wasserführenden Schlauch mussten sie - zum eigenen Schutz - mit ins Gebäude nehmen, während sie nach dem vermissten Mann suchten. Dann ertönte ein Piepsen. Ein Blick in den Qualm half nicht weiter, da er undurchdringlich war. Doch eben dabei habe das Signal geholfen, erklärte Müller: Ein kleines Gerät am Feuerwehrmann ertönt, wenn sich dieser über einen bestimmten Zeitraum nicht bewegt. Im Falle einer Bewusstlosigkeit kann dieses Signal Leben retten.
Ein wichtiger technischer Helfer war diesmal ganz bewusst nicht dabei: Die Wärmebildkamera. »Normalerweise würden wir mit dieser Kamera der Freiwilligen Feuerwehr Alten-Buseck in ein solches Gebäude gehen«, erläuterte Müller. Die Kamera unterscheidet Wärmequellen und bildet den Rauch nicht ab. Dadurch können beispielsweise verunglückte Menschen trotz Rauch erkannt werden. Doch auch ein solches Gerät kann versagen.