Trotz Erfolgen steiniger Weg zur KlimakommuneBuseck
Buseck (rüg). Im Herbst 2008 hatte das Busecker Parlament das ehrgeizige Ziel formuliert, erste »Klimakommune« im Landkreis Gießen zu werden. Doch in den vier Jahren seither hat sich dies als sehr dornenreicher Weg dargestellt.
Im ehemaligen Bundeswehrdepot bei Alten-Buseck sollte eigentlich ein Solarpark zügig umgesetzt werden. Doch die naturschutzrechtlichen Rahmenbedingungen lassen Zweifel an dessen Wirtschaftlichkeit. Derzeit scheint eher die Nutzung des Geländes – wie die abgebildete Wundwurffläche – für die Aufforstung zur Energieholzgewinnung realistisch. (Foto: rüg)
Auslöser des Beschlusses damals war ein CDU-Antrag auf Errichtung eines Energieparks im ehemaligen Bundeswehrdepot und Natolager. Die Rahmenbedingungen jedoch sind nicht so optimal wie sie noch zu Beginn der Initiative schienen. Beispiel: Der zwischenzeitlich angedachte Solarpark rückt infolge der naturschutzrechtlichen Rahmenbedingungen eher in weite Ferne, lediglich die Energieholznutzung scheint realistische Erfolgschancen zu haben. Energieerzeugung war auch ein Thema in der letzten Parlamentssitzung. Zwei Anfragen der Grünen-Parlamentarier Tom Schönknecht und Burkhard Böttcher hatten die »Initiative 100 Prozent erneuerbare Energien« und »Ökostrom« zum Inhalt.
Schönknecht bezog sich auf ein Mitteilung der IdE gGmbH, wonach die Gemeinde Buseck die Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft als »100 Prozent EE-Region« nicht erfüllt und stattdessen in die niedrigere Kategorie »Starterregion« eingeordnet wird.
Er wollte wissen, welche Defizite hierfür genannt wurden, ob aktuell geplant sei, eine Vollmitgliedschaft anzustreben und welche Bemühungen hierfür unternommen werden. Darüber hinaus wies Schönknecht darauf hin, dass auf der Internetseite der Initiative (www.100-ee.de
) zu lesen sei, dass die Erstellung eines neuen Klimakonzeptes in Planung sei: »Warum? Und wer hat dies wann beschlossen?«
Bürgermeister Erhard Reinl teilte mit, dass laut Initiative ein weiterer Ausbau der erneuerbaren Energien erfolgen müsse – bei Einbeziehung der Bürger und bei einem Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit. Positiv habe die Initiative vermerkt, dass die Gemeinde Buseck über ein Klimaschutzkonzept mit einem Energiekataster verfüge und ihre Daten im Energiebereich für die kommunalen Liegenschaften erfasst habe. Außerdem gebe es eine private Datenbank zu den ortsansässigen Solaranlagen. Über die Bewerbung für eine Vollmitgliedschaft habe letztlich die Gemeindevertretung zu entscheiden.
Bei dem auf der Internetseite der Initiative erwähnten neuen Klimaschutzkonzepts handele es sich um eines des Landkreises.
Im Zusammenhang mit »100 Prozent erneuerbare Energien« stand auch die Anfrage von Burkhard Böttcher, ob die Gemeinde bereits Ökostrom aus erneuerbarer Energie beziehe. Dies bejahte Bürgermeister Reinl und verwies auf den Rahmenvertrag mit den Stadtwerken Gießen aus dem Jahr 2010, der noch bis Ende 2012 laufe.