Buseck (pm/no). Betriebsausflug samt externer Fortbildung - so etwas kennt man von etlichen Unternehmen. Dass aber ein Chef seine Mitarbeiter zum Fallschirmspringen einlädt und - bis auf drei - alle mitmachen, das kommt nicht alle Tage vor.
Zu einem spektakulären Betriebsausflug mit Sportbrillentest hatte dieser Tage Alfred Weis aus Buseck eingeladen. (Fotos: pm)
So geschehen dieser Tage bei Optiker Alfred Weis in Buseck.
Frei wie ein Vogel am blauen Himmel schweben oder aus 3000 Metern Höhe - vorübergehend - wie ein Stein zu Boden zu fallen? Nicht jedermanns Sache. Dabei war es, wie Weis seinen Mitarbeitern sagte, eine aus Südhessen stammende Frau, die diesen Luftsport Anfang des vergangenen Jahrhunderts entscheidend nach vorn brachte: Käthe Paulus, Luftakrobatin und Erfinderin des zusammenlegbaren Fallschirms. Sie habe gesagt, was sich hinter dem Fallschirmspringen wirklich verberge: Nicht etwa ein Gefühl der Leere durchströmt den Magen eines Springers, wenn er das Absetzflugzeug verlässt; vielmehr ein überwältigendes Gefühl der Freiheit sei es, des Ichseins, eingebunden in die Natur zwischen Himmel und Erde. Das hätten die Busecker (Tandem-) Sprungneulinge erstmalig erlebt.
Die Oberhessen waren zu Gast im Fallschirmsprungzentrum Odenwald. 15 Minuten Einweisung, dann Anlegen des Equipments - und dann mit dem Sprunglehrer eine Cessna 182 besteigen. Die kleine Maschine bietet Platz für zwei Tandemspringer samt Sprunglehrer und Pilot. Die Springer sitzen eng zusammengekauert auf dem Boden. Nach dem Start vom Flughafen Mainbullau bei Michelstadt schraubte sich das Flugzeug im Rundflug über den Odenwald auf Absprunghöhe.
Die ersten 1500 Meter im freien Fall nach unten ...
Dann verknüpfte sich der Sprunglehrer mittels eines Passagiergurtzeugs mit dem Tandemspringer. Heftiger Wind schlug ihnen nach Öffnen der Kabinentür entgegen. Ein Fuß auf der winzigen Trittfläche unterhalb der Tragflächen, der anderen an der Kabinenkante: Absprung in den strahlend blauen Sommerhimmel. Alfred Weis: »Der freie Fall aus über 3000 Metern Höhe, die winzige Landschaft unter einem und der heftige Wind verschlagen einem fast den Atem. Aber das Erlebnis ist grandios, kann süchtig machen.« Etwa 60 Sekunden dauerte der freie Fall - dann öffnete sich, in etwa 1500 Metern Höhe, sanft der große Tandemfallschirm. Bis zur Landung blieben fünf Minuten Zeit. »Die herrliche Mittelgebirgslandschaft, das blaue Band des Mains und das Städtchen Michelstadt zu Füßen schwebt man ruhig zurück zum Erdboden - direkt auf eine Wiese neben der Startbahn.«
Viel zu erzählen hatten die Inhaber des Fallschirm-Sprungzentrums, Thomas Schaub und Guido Wuest. Zusammen haben sie in 20 Jahren mehr als 15 000 Sprünge absolviert. Beide waren auch als Ausbilder der Freifaller der Bundeswehr tätig. Sie sind behördlich geprüfte Sprunglehrer und Geländegutachter für Fallschirmaußenlandungen.
Ja und was war mit der Fortbildung? Getestet wurde eine Sportbrille mit Sportband. Eine Brille mit Sportbügeln halte nämlich, so hieß es, wegen der starken Luftverwirbelung, nicht am Kopf. Bei dem getesteten Modell eines Herzogenauracher Sportartikel-Herstellers, könne man die normalen Brillenbügel gegen ein fest sitzendes Sportband tauschen.