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Fricke: Schulgebäude sicher

Artikel vom 05.01.2010 - 03.00 Uhr

Fricke: Schulgebäude sicher

Gießen (no). Die Tragödie von Bad Reichenhall ist noch nicht vergessen: Im Januar 2006 war dort das Dach der Wintersporthalle unter der Schneelast zerborsten. Traurige bilanz: 15 Tote, 34 Verletzte.
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Zu Wochenbeginn ließ die Kreisverwaltung im benachbarten Wetzlar alle Sporthallen sperren, um einer möglichen Katastrophe vorzubeugen. Im Lahn-Dill-Kreis hatte man - wie mehrfach berichtet - vor zwei Jahren nämlich festgestellt, dass etliche Schulgebäude aus den 1960-er Jahren erhebliche bauliche Mängel aufweisen.

Auch ein Thema im Kreis Gießen? Vor allem in den Höhenlagen in Richtung Vogelsberg, wo in den vergangenen Tagen deutlich mehr Schnee gefallen und liegengeblieben war als etwa im unmittelbaren Gießener Stadt-Umland.

Die Nachbarkreise im Herzen Mittelhessens weisen sozusagen mehrere Klimazonen auf. Als am Dienstag gegen Abend der Linienbusverkehr hinaus aufs Land eingestellt wurde, meinte ein Leser aus Linden im Telefonat mit der Kreisredaktion, dies sei ja wohl eine überzogene Maßnahme: Hier regne es ja nur. Was der gute Mann nicht wusste und was zeitgleich von Redaktionsmitgliedern aus dem Kreisosten belegt wurde: In Jenseits von Grünberg waren bereits erste Straßen gesperrt worden. Ein weiteres Beispiel unterbreitete LDK-Landrat Wolfgang Schuster am Mittwoch während eines Pressegesprächs mit seiner Gießener Kollegin Anita Schneider in der »Naunheimer Mühle«: In seinem Heimatort Driedorf im Westerwald seien etliche Straßen wegen der beidseitigen Schneeberge nur einspurig befahrbar. Auf der Terrasse an seinem Haus liege der Schnee mittlerweile 70 Zentimeter hoch. Unten im Lahntal erinnerte zu diesem Zeitpunkt nichts daran. Aber 70 Zentimeter Schnee flächendeckend auf einer frei tragenden Sporthalle - das kann ins Auge gehen.

Auf Nachfrage sagte Kreisbeigeordneter Siegfried Fricke (CDU) am Dienstag in Gießen, er sehe im Moment keinen Anlass zum Untersagen der Hallennutzung. Im Dialog mit Journalisten erinnerte der Baudezernent an ein Gutachten, das man - zum Preis von 80 000 Euro - im vergangenen Jahr aufgrund der Wetzlarer Erfahrungen habe erstellen lassen.Fricke hatte 2008 umgehend zunächst nach augenfälligen Defiziten schauen lassen und dann - dazu beauftragt vom Kreistag - vertiefende Untersuchungen in Auftrag gegeben. Im April war von ihm in einer Sitzung des Kreistagsschulausschusses in den Lindener »Ratsstuben« Entwarnung gegeben worden: »Wir haben die rund 200 kreiseigenen Schul- und Verwaltungsgebäude von einem Statiker untersuchen lassen. Das Gutachten liegt jetzt vor und belegt, dass die Schul- und Verwaltungsgebäude im Landkreis für Schüler, Lehrkräfte und die weiteren Mitarbeiter sicher sind.«

Das Statikerbüro Fischer und Krämer habe, so Fricke damals abschließend, nur geringfügige Beanstandungen festgestellt, die aber keine Dringlichkeit forderten oder gar die Standsicherheit gefährdeten. »Diese Mängel werden kurzfristig behoben.«

Abgebildet ist die Gesamtschule »Busecker Tal«, die in den späten Neunzigern aufwändig saniert worden war. (Foto: Geck)

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Artikel vom 05.01.2010 - 03.00 Uhr
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