Freisprechungsfeier von drei Innungen im Busecker Kulturzentrum
Buseck (siw). »Ich glaube stellvertretend für viele Menschen in diesem Land sagen zu dürfen, wir brauchen Sie und wir sind froh über Ihre Berufswahl. Bereits in der Vergangenheit waren Ihre Vorgänger von besonderer Bedeutung für die Entwicklung der menschlichen Gattung«, sagte Kreishandwerksmeister Walter Kwartnik bei der gemeinsamen Freisprechungsfeier von drei Innungen am Donnerstag im Kulturzentrum am Schlosspark.
Die freigesprochenen Anlagenmechaniker mit Obermeister Michael Berkowski (rechts) und dem Oberstudienrat der Theodor-Litt-Schule Gießen sowie Vorsitzenden des Prüfungsausschusses, Günter Lowak (2. von links).
Er zitierte aus dem 1998 erschienenen Werk »Installateur - ein Handwerk mit Geschichte«: »Das Entstehen der ersten Zivilisation wird unter anderem darauf zurückgeführt, dass sich der sesshaft gewordene Mensch Wasserversorgungssysteme aufbauen und allgemeingültige Regeln für die Nahrung und Verteilung des lebenswichtigen Nasses schaffen musste. Wissenschaftler vertreten heute die Meinung, dass die Entwicklung des Rohres für die Fortentwicklung der menschlichen Kulturen von größerer Wichtigkeit gewesen ist, als die Erfindung des Rades.«
Von den geschickten Handwerkern, die sich bereits vor 6000 Jahren mit Trinkwasserversorgung befassten und hierin erstaunliche Fähigkeiten entwickelt hätten, kam der Kreishandwerksmeister auf die heutige Zeit zu sprechen: »Ohne die unzähligen Handwerksbetriebe, die Lehrlinge ausbilden, wäre das Bild von der Ausbildungssituation junger Leute wesentlich trüber.« Gerade dem personalintensiven Handwerk sei es zu verdanken, dass der Arbeitsplatz- und Lehrstellenabbau nicht noch größer ist. In Bezug auf die Bedeutung einer fundierten Ausbildung gab Kwartnik den Junggesellen einen Satz von Präsident Kennedy mit auf den Weg: »Es gibt nur eines, was auf Dauer teurer ist als Bildung: keine Bildung.«
»Ihre Lehrzeit ist zwar jetzt beendet, aber die Zeit des Lernens wird nie enden. Stillstand ist Rückschritt«, betonte der Obermeister der Metallbau-Innung, Rainer Sammet, im Schlusswort. »Oder anders ausgedrückt: Es ist wie rudern gegen den Strom, wer aufhört, fällt zurück.«
Nach der Begrüßung der Junggesellen mit ihren Familien und Ausbildern, der Lehrkräfte und Mitglieder der Prüfungsausschüsse und dem stellvertretenden Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Björn Hendrischke hatte Obermeister Michael Berkowski (Innung Heizung, Sanitär- und Klimatechnik) die Strukturen der Innungen erläutert.
28 Anlagenmechaniker, 27 Elektroniker und elf Metallbauer, also insgesamt 66 junge Männer, konnten ihre Gesellenbriefe in Empfang nehmen. »Man kann ihn nicht sehen und nicht riechen, aber wenn man ihn spürt, ist es meistens schon zu spät. Doch Sie haben den richtigen Umgang mit Strom gelernt«, sagte Dipl.-Ing. Andreas Habermehl, der Prüfungsausschussvorsitzende der Elektroniker, bevor er die erfolgreichen Absolventen zur Aushändigung der Gesellenbriefe auf die Bühne des Kulturzentrums bat. Innungsbester Tobias Klinkel erhielt von Michael Wolff, dem stellvertretenden Prüfungsausschussvorsitzenden, ein Geschenk in Anerkennung der besonderen Leistungen in Form von elektronischen Bauteilen zum Programmieren.