Ex-Munitionsdepot: Kreis »noch nicht positioniert«
Buseck (kan). Um die Entscheidungsfindung voranzutreiben, hatte Busecks Bürgermeister Erhard Reinl am Samstag seine Amtskollegen aus den Kreisgemeinden, Landrätin Anita Schneider und andere Interessierte zu einem Ortstermin in das ehemalige Munitionsdepot nach Alten-Buseck eingeladen. Es ging um die Frage, ob das Gelände zwischen Alten-Buseck und Daubringen in Zukunft von den Feuerwehren des Kreises als Übungsareal genutzt werden soll.
Feuerwehrleute übten auf dem Gelände verschiedene Situationen, wie sie bei Verkehrsunfällen auftreten können. (Foto: kan)
Wie das aussehen könnte, davon konnten sich die Vertreter aus Politik und Feuerwehr vor Ort selbst ein Bild machen, denn parallel zu dem Termin lief die Übung des Kreisfeuerwehrverbandes. Der Kreis hat sich in dieser Frage noch nicht positioniert, machte die Landrätin deutlich, aber die Besichtigung könne dabei helfen, sich einer Entscheidung zu nähern.
»Grundsätzliche Entscheidungen sind immer schwierig, wenn Dinge ungeklärt sind«, sagte sie und bat die Arbeitsgruppe, die sich mit den möglichen Nutzen und Kosten eines solchen Projekts beschäftigt, um ein Ergebnis. Wenn man sich zu einer kreisweiten Nutzung des Munitionsdepots durch die Feuerwehren entschließe, müsse man auch überlegen, ob der vorhandene Bestand gesichert werden soll, oder ob darüber hinaus weitere Übungsmöglichkeiten angelegt werden.
Denkbar wäre zum Beispiel ein Stück Gleisanlage, an dem man für Zugunfälle üben könnte, führte Kreisbrandinspektor Mario Binsch aus. Auch eine Fassade für Leiterübungen könnte man errichten. Schon jetzt habe das Gelände den Vorteil, dass man abseits von öffentlichen Straßen oder Plätzen etwa das Fahren mit den Feuerwehrautos üben könne. Die Bunker seien ideal, um Kellerbrände zu simulieren.« Aus meiner Sicht ist es die ideale Lösung, hier Feuerwehr-Übungen durchzuführen«, bekräftigte Reinl. Schon vor drei Jahren habe man zusammengesessen, um über eine kreisweite Nutzung eines Teils des 40 Hektar großen Areals zu diskutieren. Entscheiden müssten letztendlich die politischen Gremien. Fünf bis sieben Hektar groß ist die Fläche, die für die Feuerwehr infrage kommt, erklärte Planer Holger Fischer. Für eine intensive Nutzung bliebe davon aber wiederum nur ein Hektar, nämlich der Eingangsbereich und ein Stück der Straße. Das Konzept für den Bebauungsplan stehe, sagte er. »Wir als Büro stehen in Position und warten, dass der Startschuss fällt«. Die Feuerwehr Buseck habe das Gebäude vor etwa zwei Jahren wieder hergerichtet, erzählte Gemeindebrandinspektor Frank Müller. Er sehe hier eine Chance, mit einfachen Mitteln gute Übungsbedingungen realisieren zu können. »Wenn es ein Grundsignal gibt, dann sind wir in der Lage, ein praktikables Konzept aufzustellen.«
Die Busecker Feuerwehren nutzen das Areal für ihre Übungen schon seit Längerem. Ziel ist es aber jetzt, alle Wehren aus dem Kreis einzubinden. Auch an der Finanzierung müssten sich dann alle beteiligen. Allen Beteiligten ist klar, dass man die Übungen auch an anderen Stellen durchführen könnte. Aber: Im ehemaligen Munitionsdepot könnte man Standardsituationen ohne viel Aufwand üben, sei ungestört und belaste Ehrenamtliche nicht mit zusätzlicher Planung, zählte Müller die Vorteile auf. Er sehe darin keine Unverhältnismäßigkeit.
Im Anschluss an das Gespräch bestand die Möglichkeit, den Feuerwehrleuten direkt bei der Arbeit über die Schulter zu schauen. »Ich hoffe, dass wir am Ende ans Ziel kommen«, sagte Reinl, in welche Richtung auch immer die Reise gehe.