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Elf Stolpersteine in Buseck wider das Vergessen

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Artikel vom 15.02.2014 - 12.00 Uhr

Elf Stolpersteine in Buseck wider das Vergessen

Buseck (rüg). Sie waren als Nachbarn geschätzt, in Vereinen aktiv, nahmen am gesellschaftlichen Leben im Busecker Tal teil. Sie wurden von den Nazis diskriminiert, deportiert und ermordet. Seit Freitag erinnern elf Stolpersteine in Großen-Buseck, Beuern und Alten-Buseck an die Schicksale von Menschen jüdischen Glaubens.

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Der Kölner Künstler Gunter Demnig beim Verlegen der Stolpersteine in der Großen-Busecker Kaiserstraße 7.
© rüg
»Wir stehen heute hier sehr nachdenklich an dieser Stelle, erschüttert von dem Schicksal der Menschen, die hier, aber auch an vielen anderen Stellen unserer Gemeinde Buseck gewohnt haben. Wir sind erschüttert über das Schicksal dieser Menschen, die Opfer der Wahnvorstellungen des Nationalsozialismus wurden. Es ist unsere Aufgabe, die Erinnerung an diese Menschen wach zu halten. Ihr Schicksal soll uns ewig eine Mahnung sein«, sagte Bürgermeister Erhard Reinl zu Beginn der Verlegung.

Die ersten vier Stolpersteine verlegte der Kölner Künstler Gunter Demnig in der Kaiserstraße 7, anschließend vier weitere im Beuerner Bornweg 15/17 und drei in der Alten-Busecker Straße 10. Nach dem Einsetzen der Steine legten die beiden Gesamtschülerinnen Fulya Özogul und Shana Appel Blumen an den Mahnmalen nieder. Zuvor hatten Schüler der IGS Busecker Tal unter der Leitung von Susanne Hooss-Biehl die Namen der Ermordeten und ihre Geschichte verlesen. Für den Transport der Teilnehmer nach Beuern und Alten-Buseck sorgte die Freiwillige Feuerwehr mit Bussen.
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Besondere Würdigung: Dirk Haas und Fulya Özogul legten Steine und Blumen an den Stolpersteinen in der Großen-Busecker Kaiserstraße 7 nieder.
© rüg


Dirk Haas vom Arbeitskreis Stolpersteine erinnerte an die Demütigungen der jüdischen Mitbürger durch eine menschenverachtende Ideologie. Sie seien unter Qualen ermordet worden. Haas begrüßte es, dass Schulen die Gedenkstätten in Auschwitz und Buchenwald besuchten und die Erinnerung wach hielten. Denn die Ereignisse im Lumdatal hätten gezeigt, dass diese menschenverachtende Ideologie noch immer einen Nährboden finde.

Die Stolpersteine, so Haas weiter, seien nicht groß und mächtig wie andere Denkmäler. Aber sie seien Denkmäler im wahrsten Sinne des Wortes. Mit ihnen bekämen »die Opfer aus unserer Nachbarschaft ihre Namen zurück«, sagte Haas.

In der Kaiserstraße 7E wohnte die Familie Wallenstein. Der Ehemann und Vater David wurde hier am 14. März 1894 als Sohn des Händlers Simon Wallenstein und seiner Frau Olga geboren. Zunächst arbeitete er als Handlungsgehilfe bei einem Händler in Großkrotzenburg und später bei den Vereinigten Getreidehändlern in Gießen. In dieser Zeit hatte er auch seinen Wohnort in den entsprechenden Städten.

Gegen Ende des Ersten Weltkrieges wurde er noch zum Heer eingezogen, konnte danach aber seine Arbeit in Gießen wieder aufnehmen. Am 1. Februar 1920 zog er zurück in sein Geburtshaus in Großen-Buseck. David Wallenstein betrieb dann zusammen mit seinem Vater Simon ein Handelsgeschäft für Kohlen, Düngemittel, Kolonialwaren und Landprodukte.



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