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Als wär das Dasein in der Wüste ein Kinderspiel

Artikel vom 02.02.2012 - 23.55 Uhr

Als wär das Dasein in der Wüste ein Kinderspiel

Buseck (vh). Wenn Michael Martin von seiner großen Leidenschaft erzählt, den Wüsten dieser Welt, dann möchte man meinen, das Reisen dorthin und mittendurch sei quasi ein Kinderspiel.

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Michael Martin entführte am Mittwoch in Buseck in die Wüsten dieser Welt und zu Schauplätzen seines Abenteurerlebens, war anschließend umringt. (Fotos:vh)
Oder man fängt als Kind schon mit dem Reisen an – und insofern wäre es für den Weltenbummler Martin tatsächlich die Routine schlechthin. Rund 300 Zuhörer im ausverkauften Kulturzentrum am Schlosspark in Großen-Buseck lauschten am Mittwochabend den Erzählungen des gebürtigen Münchners. Etliche Jahre ist er, eigenen Angaben zufolge, nicht mehr im Raum Gießen gewesen. Nach 30 Jahren Berufserfahrung in der dünn besetzten Branche der Wüstenfotografen zieht Martin jetzt eine Zwischenbilanz. Seine aktuelle Vortragstour trägt den Titel »30 Jahre Abenteuer« und zeigt 1400 ausgewählte Farblichtbilder in einer digitalen Leinwandshow, die zwischendurch mit 50 Musiktiteln unterlegt ist.

Martin bereitet derweil schon das nächste Projekt vor. Es handelt von einem Vergleich von Trockenwüsten mit den Eiswüsten der Polregionen. 40 Forschungsreisen hat sich der Mann mit dem Motorrad verordnet. Fast pausenlos reist er dafür zwischen den beiden Polen der Erdkugel umher. Bis 2014 sollen die Ergebnisse feststehen, wobei sich der studierte Geograph und Völkerkundler gerade für das Problem der fortschreitenden Wüstenbildung (Desertifikation) interessiert.

Martin hat früh und im kleinen Stil das Handwerk eines Berufsabenteurers gelernt. Etwas naiv vielleicht, aber mit umso mehr Dusel. Er hat vieles ausprobiert und sich immer ein Stück weit gesteigert. Besonders auffällig ist die Bandbreite der technischen Modifikation. Das Publikum erfährt von Touren mit dem Fahrrad, dem Mofa, dem Tandemrad, mit Opel Kadett, Peugeot 504, verschiedenen VW-Bussen oder Geländewagen.

Seit 1991 bevorzugt Martin das Motorrad. Mit Abstand das gefährlichste Fortbewegungsmittel für seine Zwecke, anstrengend, staubig – aber, und das kommt dem Fotoreporter zu Pass, viel näher an den Menschen dran als alles andere. Ebenso verhält es sich mit der fotographischen Ausrüstung, anfangs eine Kodak Instamatic, das 1963 eingeführte Kassettenfilmsystem, und später Leica-Modelle mit festen Brennweiten und Fujifilm.

Michael Martin präsentiert seine Zwischenbilanz mit, wie er sagt, biographischem Charakter. Das bedeutet für den Zuhörer nicht ausschließlich tolle Landschafts- oder Menschenbilder, sondern auch Szenen, Geschichten und Anekdoten aus dem Leben des 1963 geborenen Sohns reisefreudiger, toleranter Eltern. Man erfährt die Hintergründe seiner Leidenschaft und ganz nebenbei, dass Schule nicht unbedingt für das Leben rüstet. Freilich hat Martin sein Abitur gemacht und das Studium diplomiert abgeschlossen, aber grundsätzlich sei ihm die Schulzeit ein Graus gewesen.



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Artikel vom 02.02.2012 - 23.55 Uhr
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