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250 Jahre jüdisches Leben im Busecker Tal dokumentiert

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Artikel vom 26.09.2013 - 11.00 Uhr

250 Jahre jüdisches Leben im Busecker Tal dokumentiert

Buseck (rüg). In den Orten des Busecker Tals war jüdisches Leben über Jahrhunderte ein Bestandteil des Alltags. Die Erinnerung an eine jahrhundertealte Tradition wollen die Autoren Hanno Müller, Friedrich Damrath und Andreas Schmidt mit ihrem neuesten Dokumentarwerk »Juden im Busecker Tal« wach halten.

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Vorstellung des neuen Doppelbandes »Juden im Busecker Tal«: (oben von links) Bürgermeister Erhard Reinl, die Autoren Andreas Schmidt und Hanno Müller und Gemeindearchivarin Ilse Reinholz-Hein. (Foto: rüg)
In Alten-Buseck, Großen-Buseck, Beuern, Burkhardsfelden, Reiskirchen, Ettingshausen und Rödgen lebten jüdische Familien, sie trieben Viehhandel, hatten Geschäfte oder waren in der Landwirtschaft tätig. Während der nationalsozialistischen Schreckensherschafft und im Zweiten Weltkrieg endete das Zusammenleben durch Ausgrenzung, Diskriminierung, Deportation und Vernichtung. Am Mittwochvormittag stellten Müller und Schmidt den neuen Doppelband gemeinsam mit Bürgermeister Erhard Reinl und Gemeindearchivarin Ilse Reinholz-Hein im Busecker Schloss der Öffentlichkeit vor.

Das Werk besteht aus zwei Teilbänden mit festem Einband und Fadenheftung im Format A4. Es ist in einer Auflage von je 250 Exemplaren gedruckt, in einem Schuber erhältlich und kostet 15 Euro. Dieser »erstaunlich niedrige Preis« war möglich, weil die ehrenamtlich arbeitenden Autoren tatkräftige und finanzielle Unterstützung der Gemeinden Buseck und Reiskirchen, der evangelischen Kirchengemeinden, durch Vereine, Parteien und Privatpersonen erhalten hatten, erklärte der Geschichtsforscher Hanno Müller aus Steinbach im Gespräch mit der Gießener Allgemeinen Zeitung.

Besonderer Dank der Autoren galt neben Gemeindearchivarin Ilse Reinholz-Hein und Elke Noppes (Heimatkundlicher Arbeitskreis Buseck) auch der Ernst-Ludwig-Chambré-Stiftung in Lich für die Unterstützung.

Bürgermeister Erhard Reinl nannte den Doppelband »hochinteressant, wenn man verfolgt, wie das jüdische Leben in Buseck einmal war«. Es sei wichtig, dies zu dokumentieren und für die Nachwelt zu erhalten.

Der von Müller erstellte Teilband I widmet sich auf 269 Seiten und mit 169 Abbildungen den »Familien«. Er enthält Familienbücher für den Zeitraum vom frühen 19. Jahrhundert bis 1942 für jeden Ort des Busecker Tals, in dem früher Juden lebten.

»Höchste Zeit, auszuwandern«

Enthalten ist auch ein Bericht von Walter Blondheim aus Alten-Buseck über seine Erlebnisse von 1933 bis zu seiner abenteuerlichen Emigration 1938. Blondheim, damals Hilfsarbeiter bei einer Gießener Firma, sah am Morgen des 9. November 1938 die Synagogen brennen. »Da wusste ich, dass es höchste Zeit war, auszuwandern, denn wer Gotteshäuser verbrennt, vernichtet auch Menschen«, berichtete er 1987.



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Artikel vom 26.09.2013 - 11.00 Uhr
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