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Erlebnisführung durch die Stadt

Artikel vom 27.01.2010 - 12.00 Uhr

Erlebnisführung durch die Stadt

Büdingen (ini). Die erste kulinarische Erlebnisführung »Ran an den Speck« war ein voller Erfolg. 30 Teilnehmer kamen in den Genuss der von Nachtwächter Andreas Haas in oberhessischem Dialekt launig vorgetragenen Informationen, Geschichten und Sagen über Büdingen und das anschließende Schlachtessen in den Schlossstuben.
Die Metzgermeister Erich Bopp und Christian Klein (v. r.) führen die Besucher durchs Metzgermuseum im Schlaghaus.	(Foto: ini)
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Die Metzgermeister Erich Bopp und Christian Klein (v. r.) führen die Besucher durchs Metzgermuseum im Schlaghaus. (Foto: ini)
Im Mittelpunkt stand das Schlachten und das Verarbeiten von Fleisch in früheren Zeiten. Dabei war nicht nur das Essen eine Besonderheit der neuen Führung der Touristik-Information. Mit den Metzgermeistern Erich Bopp und Christian Klein standen Fachleute für die Führung durchs Metzgermuseum im Schlaghaus zur Verfügung, die die Exponate nicht nur lebendig erklären und mit Anekdoten aufwarten konnten, sondern mit eigenen Erfahrungen und dem Vergleich zu heute eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlugen.

Schon der Treffpunkt war ein für das Schlachten historischer Ort. Wo sich heute die überdachte Markthalle befindet, war bis zum Jahr 1777 die Schirn untergebracht, wo die Metzger schlachteten und ihre Produkte zum Verkauf anboten. Wie diese Schirn aussah, konnten die Teilnehmer im Modell der historischen Büdinger Altstadt im Roten Turm sehen. Im Modell ließ sich auch die Erweiterung der Stadt und die stattliche Befestigung nachvollziehen. Viele Stationen wie die Marienkirche, das Uralte Rathaus und das Steinerne Haus, die danach in den dunklen Gassen besucht wurden, konnte hier schon einmal en miniature bewundert werden.

Im Schlaghaus ist seit einigen Jahren das Metzgermuseum beheimatet, eine Privatinitiative der Büdinger Metzger mit Unterstützung der Stadt. »Wir wollen hier das Schlachten vor 1900 darstellen«, erläuterte Bopp. Im Schlaghaus wurde hauptsächlich Großvieh wie Rinder geschlachtet, während Schweine zu Hause oder bei den Metzgern geschlachtet und verarbeitet wurden. »Den ganzen Winter gab’s nur Hausschlachtungen«, erinnerte sich Walter Haas aus Ober-Seemen, selbst Metzger im Ruhestand, noch gut beim Fachsimpeln mit Bopp.

Nachtwächter Haas erklärte nicht nur die Besonderheiten des Schlachtens, sondern der Architekt zeigte auch viele Besonderheiten bei Gebäuden auf, die selbst manchem alteingesessenen Büdinger bei seinem Weg durch die Gassen noch nicht aufgefallen sind. So lohnt beispielsweise ein genauerer Blick auf den Renaissanceanbau der Marienkirche. Der größte Teil der Fenster dort ist... - genau, aufgemalt. Fensterglas war damals nämlich teuer.

Den Teilnehmern hat die Führung gut gefallen. »Wenn’s nur ein paar Grad wärmer wäre«, meinte eine Besucherin angesichts der Temperaturen um den Gefrierpunkt. So waren die meisten froh, nach eineinhalb Stunden Rundgang durch die Stadt in die warmen Schlossstuben entlassen zu werden, um nach der Theorie zur Praxis überzugehen und die köstlichen Erzeugnisse der Metzgerzunft zu verkosten.



8 Für die Führung am Samstag, 6. März, sind noch Karten über die Tourist-Information, Tel. 0 60 42/ 96370 oder per E-Mail an info@ buedingen-touristik.de erhältlich. Treffpunkt ist um 18 Uhr auf dem Marktplatz.

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Artikel vom 27.01.2010 - 12.00 Uhr
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