Artikel vom
22.01.2008 - 10.00 Uhr
Büdingen – Zeugin des Mittelalters
Die Stadt Büdingen ist ein besonderes Kleinod am südlichen Rand des
Vogelberges. Dort kommt der geschichtlich Interessierte auf Schritt und
Tritt auf seine Kosten. Ungezählte Sehenswürdigkeiten warten nur
darauf, entdeckt zu werden. Winklige Gassen führen vorbei an
malerischen Giebeln, Wehranlagen, Türmen und Erkern. Die historische
Altstadt zählt zu den besterhaltenen mittelalterlichen Stadtanlagen
Europas und ist bekannt für die zahlreichen Wehranlagen und die
malerischen Fachwerkgebäude.
© Stadt Büdingen
Im historischen Stadtkern finden sich Fachwerkhäuser, die zum Teil mehrere hundert Jahre alt sind. Zumeist ist das Erdgeschoss in massivem Sandstein gehalten, was seinerzeit dem Brandschutz diente. Sehenswert ist die gut erhaltene mittelalterliche Befestigungsanlage der Stadt: Große Teile der Stadtmauer, der Wehrtürme und Stadttore sind erhalten und teilweise begehbar. Eine besondere Attraktion ist das Untertor (auch bekannt als »Jerusalemer Tor«) mit vorgelagerter Brücke, vollendet im Jahr 1503. Das Schloss, ein aus dem 16. Jahrhundert stammender staufischer Wachtbau, war ursprünglich eine Wasserburg. Die Herren von Büdingen bezeichneten ihn jedoch schon immer als Schloss. Noch heute wohnt dort die Familie Fürst zu Ysenburg und Büdingen.
Der äußere Schlosshof ist für Besucher frei zugänglich. Die Gebäude selbst können in geführten Besichtigungen erkundet werden. Direkt hinter dem Schloss befindet sich der weitgehend öffentliche Schlosspark, der den Büdingern als Naherholungsziel dient. Das älteste Wohngebäude der Stadt ist das »steinerne Haus«, das im Gegensatz zu den sonstigen Fachwerkhäusern komplett in Stein errichtet wurde. Es hatte mit seiner burgartigen Mauer die Aufgabe, den wichtigen Brückenkopf am Mühltor zu sichern und ist integraler Bestandteil der Stadtbefestigung. Das historische Rathaus war das Zentrum des Marktes Büdingen und diente als Markthalle, Tanz- und Spielhaus und im Obergeschoss als Hochgericht. Heute beherbergt es das »Heuson-Museum und den Sitzungssaal der Stadtverordnetenversammlung. Bei geführten Besichtigungstouren lässt sich die Historie hautnah erleben. Amateurschauspieler führen in mittelalterlichen Gewandungen als historische Figuren der Büdinger Geschichte bei Tag und Nacht auf unterhaltsame Weise durch die Stadt.
Büdingen ist auch ein Ort der Museen. Die vielen Exponate im Schlossmuseum geben einen Einblick in das höfische Leben auf Schloss Büdingen. Das Heuson-Museum im historischen Rathaus zeigt die Geschichte Büdingens mit Fundstücken aus der Römerzeit und dem Mittelalter sowie Beispiele des historischen Handwerks. Im Modellbaumuseum im Oberhof werden über 150 Exponate wie Schiffe, Autos, Dioramen und vieles mehr präsentiert. Das 50er-Jahre-Museum erlaubt einen Rückblick in das Lebensgefühl und die Wohnkultur eines aufregenden Jahrzehnts. Das Sandrosen-Museum im Untertor wartet mitt vielen geologischen Kostbarkeiten auf. Das Metzgermuseum im Schlaghaus beherbergt Interessantes rund um den Metzgerberuf aus vergangenen Jahrhunderten. Zu jeder Jahreszeit erwarten den Besucher echte Attraktionen. Kulturelle Höhepunkte, sommerliche Veranstaltungen und traditionelleVeranstaltungen wechseln sich ab mit Konzerten und erlesenen Ausstellungen bildender Kunst.
Regelmäßige Veranstaltungen sind am Faschingssonntag die Erstürmung der Stadt durch die Narren am Untertor, der Gärtnermarkt mit Kinderfest und Froschparade Anfang Mai, das Pfingstschießen der Büdinger Schützengesellschaft 1353 an Pfingsten, das Altstadtfest rund um den Sonntag nach Pfingsten, der Gallusmarkt am Wochenende um den vierten Sonntag im September, die Landpartie am zweiten Septemberwochenende und der Weihnachtsmarkt am zweiten Advent in der historischen Altstadt und im Schloss. Das Mittelalterfest findet alle zwei Jahre im jährlichen Wechsel mit der Kulturnacht am zweiten Wochenende im Juli statt.