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Betreten der Stadt ist am Freitag kostenpflichtig

Artikel vom 04.05.2010 - 16.22 Uhr

Betreten der Stadt ist am Freitag kostenpflichtig

Büdingen (sax). Eine neue Erlebnisführung, die am Freitag Premiere hat, führt in die Zeit der Entstehung des Spitznamens der Büdinger »Frääsch«. Der Stadtrundgang unter dem Titel »Kröten, Keiler, Vensterhennen« des Theaterensembles Nolens Volens lässt die Besucher die Tage um die Hochzeit des Grafen Anton von Ysenburg mit Elisabeth von Wied im Jahr 1522 erleben.
Dorothea (Monika Weisel, l.) und Mechthild (Heike Schüssler) reden über den Hexenwahn. Dorotheas Sohn (Terence Hölzer) zeigt, da
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Dorothea (Monika Weisel, l.) und Mechthild (Heike Schüssler) reden über den Hexenwahn. Dorotheas Sohn (Terence Hölzer) zeigt, dass Kinder die Gespräche zwischen Erwachsenen schon immer langweilig fanden.
Schon zu Beginn erfahren die Gäste, dass das Leben im Mittelalter und der frühen Neuzeit keineswegs unbeschwert und frei war, wenn sie am Mühltor nach historischem Vorbild für das Betreten der Stadt zahlen müssen. Das Torgeld bildet einen der roten Fäden für die Rahmenhandlung.

Mechthild, Frau des Torwächters, die mit bürgerlichem Namen Heike Schüssler heißt und Autorin des Stücks ist, nimmt die Besucher mit auf die Suche nach dem verschwundenen Wegezoll. Durch ihre Gespräche mit Figuren erfahren die Gäste etwas über historische Ereignisse und den Alltag der Menschen vergangener Jahrhunderte. »Diese Stadt steht unter keinem guten Stern«, bemerkt Mechthild im Gespräch mit Dorothea (Monika Weisel), die vor dem Rathaus die Straße fegt. »Angefangen hat alles mit der Christine Meurer.« Sie spielt damit auf das Schicksal der Schwanenwirtin an, die als Hexe verfolgt und im Rathaus gefangen gehalten wurde.

Die Erlebnisführung erhebt im Unterschied zu einer herkömmlichen Stadtführung keinen Anspruch auf einen vollständigen geschichtlichen Überblick. Vieles wird nur angerissen, manches gar nicht angesprochen. Einige Episoden sind reine Fiktion. Damit kommt »Kröten, Keiler, Vensterhennen« der Lebenswelt des 15. und 16. Jahrhunderts aber näher als die gewöhnliche Stadtführung.

Die Begegnung mit Gita Berger als Dirne Afra ist einer der Höhepunkte. Sie lässt nicht nur die Sinnenfreude des Mittelalters erlebbar werden. »Afra ist die Schutzpatronin der Mütter und gefallenen Mädchen«, erklärt ihr Mann Bernd. Gita Berger hat einen großen Auftritt, als sie am Gebück, dem nördlichen Abschnitt der Stadtmauer, von ihrer Eingebung berichtet, dass die starke Befestigung mit den Geschützen wegen des Wunsches der Menschen nach Frieden überflüssig würden.

Die Premiere beginnt am Freitag, 20 Uhr, am Mühltor vor dem Metzgermuseum. Anmeldung: Telefon 0 60 42/9 63 70.


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Artikel vom 04.05.2010 - 16.22 Uhr
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