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Polizei lotste frierende Frauen aus dem Dünsbergwald

Artikel vom 06.02.2012 - 16.41 Uhr

Polizei lotste frierende Frauen aus dem Dünsbergwald

Gießen/Biebertal/Pohlheim (pm). Das hätte angesichts der anhaltend tiefen Minusgrade lebensbedrohlich werden können. Die Gießener Polizei half am vergangenen Samstag drei Frauen, die sich verlaufen hatten, bei einbrechender Dämmerung in Biebertal aus dem Dünsbergwald heraus.

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Im Dünsbergwald (Foto) hatten sich am Samstag drei Frauen verlaufen, waren dann von einem Polizisten telefonisch nach Frankenbach gelotst worden. (Foto: Mück)
Und in Pohlheim griffen die Beamten nachts zwei durchgefrorene 16-Jährige aus dem Vogelsbergkreis auf, von denen sie mit der letzten Akkuleistung des Mobiltelefons und ohne Guthaben auf der Karte um Hilfe gebeten worden waren.

Am Montagmittag schilderte der Pressesprecher der Polizei. Thorsten Mohr, die beiden außergewöhnlichen Einsätze, die bei klirrender Kälte einem alten Spruch aktuelle Bedeutung gegeben hätten: »Die Polizei – ein Freund und Helfer.« Diesen Ruf untermauert hatten am 4. Februar Beschäftigte beider Polizeistationen, Gießen Nord und Süd. Und in beiden Fällen hätten sie gehörig durchgefrorenen Bürgern rechtzeitig helfen und womöglich Schlimmeres verhindern können.

Der eine Einsatz begann kurz nach 17 Uhr. Eine 46-Jährige aus dem Kreis Marburg-Biedenkopf hatte sich in Begleitung ihrer 17-jährigen Tochter und einer gleichaltrigen Freundin »irgendwo am Dünsberg« verlaufen, war bei einsetzender Dämmerung und Eiseskälte an einem ihr unbekannten Wasserschutzgebiet gelandet. Der Ehemann der Kreis-Marburgerin, der seinerseits ungeduldig am Parkplatz wartete, verständigte über Notruf die Polizei. Und bei der hatte zu dieser Zeit gottlob ein ortskundiger Beamter Dienst, der von der Wache am Berliner Platz aus als Telefon-Lotse fungierte.

Zum Glück hatten die Frauen ein ausreichend geladenes Mobiltelefon dabei. So erhielten sie vom Polizisten genaue Instruktionen. Und so schaffte es der diensthabende »Pfadfinder«, die in Not geratenen Spaziergängerinnen sicher aus dem Wald und bis nach Frankenbach zu leiten. Dort seien sie – es war bereits früher Abend – von einem Familienangehörigen abgeholt worden.

Schon in der Nacht zum Samstag gegen 2 Uhr hatten Polizisten aus dem Schiffenberger Tal zwei Jugendliche aus dem Vogelsbergkreis gerettet. Den 16-Jährigen war am Vortag der Kopf danach gestanden, unangekündigt eine Freundin in Pohlheim zu besuchen. Mit dem Zug waren sie am Mittag aus Alsfeld angereist. Dabei hatten sie, wie Mohr sagte, »bis auf 20 Cent ihre komplette Barschaft verbraucht. Es ging per Fußmarsch weiter von Gießen in Richtung Pohlheim.« Die Freundin hätten sie am Zielort weder in der Wohnung noch per Telefon erreichen.



Polizisten regelten die Heimfahrt



Und dann? »In der Hoffnung, die Freundin komme irgendwann nach Hause, harrten die beiden stundenlang in der Kälte aus.« Erst in der Nacht gegen 2 Uhr hätten sie die Hoffnung aufgegeben, aber eben auch nicht mehr weiter gewusst, teilte der Polizeisprecher weiter mit. »Sie sahen sich nicht mehr in der Lage, den Rückweg zu Fuß in Angriff zu nehmen.« Völlig durchgefroren und bibbernd vor Kälte hätten sie »mit letzter Akkuleistung und ohne Guthaben auf der Karte vom Handy aus die Polizei angerufen«.

Eine Streife der Polizeistation Gießen Süd fand die Burschen und nahm sie in den beheizten Funkwagen auf. Und dann hätten sich die Polizisten noch »um die Organisation der Rückreise« gekümmert.

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Artikel vom 06.02.2012 - 16.41 Uhr
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Leserkommentare
(07.02.2012 20:36)
Sebastarus
Immer Feuerzeug mitnehmen
Ich fahre täglich längere Strecken mit dem Fahrrad und da nehme ich grundsätzlich zum Flickzeug, dass ich sowieso immer mit dabei habe, noch ein Feuerzeug mit.
Man stelle sich vor man hat mitten im Wald einen Platten und da sitzt man nun in den geschwitzten Klamotten. Da ist man ganz schnell Unterkühlt und dann kann ein kleines Feuer einem das Leben retten!
Ich empfehle: http://www.equipped.com/21-76/ch15.pdf
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