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Im Sommer neuerliche Grabungen im Gleiberger Land

Artikel vom 22.02.2010 - 19.09 Uhr

Im Sommer neuerliche Grabungen im Gleiberger Land

Biebertal (m). 2009 war ein besonderes Jahr für den Verein »Archäologie im Gleiberger Land«, denn die Grabungen am Dünsberg jährten sich zum zehnten Mal. Aus diesen Grabungen ging letztlich auch der Verein hervor, der im kleinen Saal des Rodheimer Bürgerhauses Jahreshauptversammlung hatte.
Vorsitzende Claudia Nickel konnte zahlreiche Mitglieder willkommen heißen und erinnerte an das Grabungsfest, dass ganz im Zeichen des runden Grabungsgeburtstages stand. Ungeachtet dessen, so konstatierte die Vorsitzende, sei es dennoch ein eher ruhiges und wenig spektakuläres Jahr gewesen, an dessen Anfang eine Geländebegehung mit Vertretern der Kreisdenkmalspflege im spätkeltischen Gräberfeld »Lammert« am Dünsberg und einem Hügelgrab im Krofdorfer Forst stand. Auch im »Helfholz« fand eine Begehung statt; mit dabei Revierförster Peter Moos. Dort wird ein weiteres Gräberfeld vermutet, eventuell eine noch nicht entdeckte Wüstung.

Das Jahr war auch geprägt von einigen Treffen mit dem Tourismusverband wegen der touristischen Erschließung des Gleiberger Landes. Man nahm mit einem Informations- und Verkaufsstand an den Römertagen in Waldgirmes teil sowie an vorbereitenden Besprechungen zur Veranstaltung »250 Jahre Siebenjähriger Krieg« am 11. und 12. September dieses Jahres auf Burg Gleiberg.

Im Keltenmuseum hatte sich einiges getan. Die Ausstattung wurde ergänzt und erneuert und die Ausstellung ergänzt und erweitert. Die Funde können nun ansprechender präsentiert werden. Die Vorsitzende dankte in diesem Zusammenhang ihrem Vize und Geschäftsführer Arnold Czarski, der sich in vielerlei Hinsicht und unermüdlich um die Belange des Vereins kümmere.

Im Berichtszeitraum wurden 120 Metallfunde, drei Keramikgefäße und drei Teilgefäße mit einem Kostenaufwand von 11 500 Euro restauriert. Vom Landesamt für Denkmalspflege Hessen, das sich stets sehr kooperativ verhalte, so die Vorsitzende, gab es einen Zuschuss in Höhe von 37 800 Euro. Das Museum hatte an 24 Tagen geöffnet. Es gab darüber hinaus elf Sonderführungen und sieben Führungen am Dünsberg. Etwas 800 Besucher schätzt Arnold Czarski im vergangenen Jahr. Er wünsche sich, dass auch Schulklassen noch mehr Gebrauch vom Museumsbesuch machen. Gut angenommen wird nach seinen Aussagen auch der Verkauf von Repliken von Dünsbergfunden. Die Planungen für dieses Jahr sehen Lehrgrabungen der Uni Marburg im Gräberfeld »Lammert« vor, allerdings ohne eine direkte Beteiligung des Vereins für Archäologie im Gleiberger Land, was die Verantwortlichen bedauerten. Eigene Grabungen sind für den Sommer geplant, ebenso die Teilnahme am Dreimärkerfest am 2. Mai in Heuchelheim. Zu den laufenden Arbeiten zählen weiterhin die Untersuchungen und Einmessungen von Baumwurzeln hinsichtlich möglicher Bodendenkmäler. Das Thema Rückewege wird wieder Gegenstand einer Zusammenarbeit mit dem Forst sein. Nicht immer gehen die Interessen beider Seiten konform, wurden, wenn auch unbeabsichtigt, bei Forstarbeiten durch schweres Gerät Bodendenkmäler zerstört.

Der Geschäftsbericht wurde ergänzt durch den Kassenbericht, den stellvertretend für den Schatzmeister Steffen Helmert Arnold Czarski gab. Im Anschluss an die Mitgliedervollversammlung fand ein öffentlicher Vortrag von Prof. Dr. Hermann Frey, zum Thema »Keltisches Denken im Spiegel der frühkeltischen Kunst« große Beachtung.

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