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Für Eltern ist nichts schwerer als der Verlust eines Kindes

Artikel vom 04.09.2009 - 17.23 Uhr

Für Eltern ist nichts schwerer als der Verlust eines Kindes

Biebertal (m). Seit fast dreieinhalb Jahren gibt es den ambulanten Kinderhospizdienst Gießen, der unter der Trägerschaft des Deutschen Kinderhospizvereins (Olpe) ins Leben gerufen wurde. Für die Arbeit die von derzeit 27 ehrenamtlichen Mitarbeitern geleistet wird, gibt es kaum einen vergleichbaren Maßstab, mit dem man den Wert dieser segensreichen Arbeit auch nur annähernd verdeutlichen könnte.
Renate Bechthold und Gemeindejugendreferent Christoph Schäufler mit einem Teil der Konfirmanden 2009: Tabea Belch, Sabrina Kienh
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Renate Bechthold und Gemeindejugendreferent Christoph Schäufler mit einem Teil der Konfirmanden 2009: Tabea Belch, Sabrina Kienholz, Alena Hänsel und Saskia Mölleken. (Foto: m)
13 Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern werden derzeit in Gießen und im Umkreis von 50 Kilometern vom Kinderhospizdienst begleitet. Wertvolle und willkomene Unterstützung erfährt diese Arbeit jetzt durch Konfirmanden aus Fellingshausen.

Die Kinder leiden an seltenen Stoffwechsel- und Muskelerkrankungen, an neurologischen Erkrankungen oder haben Krebs. Das Leben hat viele Facetten und nicht immer ist es schillernd, sorglos und bunt. Junge Menschen, wie die zuletzt konfirmierten Gemeindeglieder in Fellingshausen, sind behütet und im Wohlstand groß geworden, haben in ihren Elternhäusern, durch den Kindergarten und die Schule sowie zuletzt auch durch den Konfirmandenunterricht ein behütetes Dasein führen dürfen, dass sie stark gemacht hat für ihren weiteren Lebensweg. Das ist jedem zu wünschen, aber eben keine Selbstverständlichkeit. Umso wichtiger ist es, wenn den Jugendlichen dies bewusst gemacht wird und sie Verständnis dafür bekommen, das Freud und Leid sehr eng beieinander liegen können. Der Konfirmandenjahrgang 2009 hat sich entschieden, die Kollekte des Konfirmationsgottesdienstes dem ambulanten Kinderhospizdienst in Gießen für dessen Arbeit zur Verfügung zu stellen. Ein Teil der jungen Leute hat darüber hinaus persönlich diese Kollekte noch mit einer Spende aus den zur Konfirmation erhaltenen Geldgeschenken aufgestockt. So konnte nun an Renate Bechthold aus Fellingshausen ein Scheck über 800 Euro weitergereicht werden.

In einem Informationsblatt über die Arbeit des Ambulanten Kinderhospizdienstes stehen in einem der Sätze fünf Wörter: »...in der letzten Lebensphase der Kinder...«. Bei einem Kind bereits von seiner letzten Lebensphase reden zu müssen, kann wohl nur jemand ermessen, der dies er- und durchlebt hat. Wohl nichts ist schwerer zu ertragen für Eltern als der Verlust eines Kindes. Zu wissen, dass das eigene Kind unheilbar krank ist und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch eher sterben wird als man selbst - dies zu durchleben und anschließend mit der Trauer fertig zu werden, braucht Kraft und Begleitung, und diese Begleitung findet sich in den ehrenamtlichen Helfern, zu denen auch die ehemalige Leiterin der KiTa Fellingshausen, Christa Milchsack gehört. Renate Bechthold ist seit zwei Jahren Kinderhospizmitarbeiterin und stolz darauf, das sich die ehemaligen Konfirmanden so entschieden haben. Die Kinderhospizarbeit lebt vom Engagement der Ehrenamtlichen, die Weggefährten für die betroffenen Familien sein möchten. Bereits ab der Diagnose steht das Angebot den Familien kostenlos zur Verfügung. Ihnen wird auf Wunsch in ihrem schwierigen Alltag zur Seite gestanden und für die Eltern Freiräume geschaffen. Die kranken Kinder werden gepflegt, ebenso die Geschwisterkinder betreut, Einkäufe und andere Erledigungen gemacht, der Alltag etwas erleichtert, aber auch die Begleitung über den Tod hinaus fortgesetzt und Hilfe und Beistand in der Trauer geleistet.

Spendenkonto: Sparkasse Gießen (BLZ 51350025), Kto-Nr. 228026962.

www.giessen.deutscher-kinderhospizverein.de

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Artikel vom 04.09.2009 - 17.23 Uhr
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