Fellingshausen: Bei der Feuerwehr ging mächtig die Post ab
Biebertal (m). Da ging die Post ab in der »Post«, als die Freiwillige Feuerwehr Fellingshausen zur Fastnacht einlud.
Wieder mit dabei: Lars Mülich
Nicht ganz so viele Gäste wie in den vergangenen Jahren konnte der neue 2. Vorsitzende Lars Crombach willkommen heißen. Das Programm bereicherten diesmal besonders viele Aktive »von auswärts«. Während die Mitwirkenden aus Bieber und Vetzberg schon fast zum Inventar der Fastnachtsfreunde aus dem zweitgrößten Dünsbergdorf zählen, waren nun sogar Gäste aus Cölbe an Bord des Narrenschiffes: Sie imitierten die drei schwedischen Schlagersternchen Gitte Haenning, Wencke Myhre und Siw Malmquist. Die Mitwirkung der »Fremden«, bereicherte den närrischen Cocktail aus Büttenreden, Tänzen, Zwiegesprächen und Sketchen - war deshalb eine positive Auffälligkeit der großen Sitzung.
Negativ fiel die teilweise große Unruhe vieler Närrinnen und Narrhalesen im Saal auf. Zwar ist der Fasching kein Gottesdienst, doch der Anstand gebietet es, den Mitwirkenden auf der Bühne jene Aufmerksamkeit zu zollen, die sie verdienen. Da hatte auch Peter Bergmann, der durch das Programm führte, seine liebe Mühe, musste mehrmals um etwas mehr Ruhe bitten. Die Kindertanzgruppe um Trainerin Claudia Müller-Zibul eröffnete den Reigen von 20 Programmpunkten. Lachmuskeln und Zwerchfell strapazierten ganz besonders Oliver »Oli« Reeh und Markus »Maxi« Waldschmidt, die als »Elfriede und Friedrich« auftraten. Bei einem Mexiko-Urlaub hatten sie sich den »Wutzehouste« (Schweinegrippe) eingefangen und machten die Krankenstation unsicher. Zwei Ulknudeln auch Ilona Böhm und Christel Schmidt als »Emmi und Lisbeth« - Dorftratsch im besten Sinne, denn sie trauten sich, so manch illustre Begebenheit aus dem Dünsbergdorf närrisch verpackt zu präsentieren. Da kam die Begebenheit mit dem festgefahrenen Festzelt zur Sprache, von der Geldwäsche im Miniformat und den zwei Paar linken Schuhe im Urlaubsgepäck. Ein alt-bekanntes Gesicht stand wieder auf den Brettern: Lars Mülich, der wehrdienstbedingt die letzten Jahre nicht dabei war. Was lag da näher, als den Gästen von der Bundeswehrzeit zu berichten?! Einrücken musste der Soldat in ein Dorf, »...das doppelt so groß war wie Rodheim, aber auch doppelt so tot...« und dass »die Bundeswehr nur die Stellung hält, bis richtiges Militär kommt. Beate Klier, ein waschechter Fuchs, den die Liebe in den Rheingau verschlug, nahm diesmal nicht nur als Gast an der Karnevalsveranstaltung teil, sondern trat gemeinsam mit ihrem Mann Hans-Peter auf. Sabine Sauer, von den Männern stets gefürchtet als eine, die in der Bütt bislang mit dem starken Geschlecht immer hart ins Gericht ging - sie ergriff diesmal Partei für die Herren der Schöpfung. Die Tanzformation »Moves Generation« von der KSG Bieber war unter Leitung von Nadine Voith mit ihrem Showtanzthema »Dirty Dancing« eine echte Augenweide und eine choreografische Klasse für sich. Die »Blauen Füchse«, der »heimliche 2. Gesangverein im Ort«, verwöhnte die Narrenschar mit Stimmungsliedern. Volker Sauer, Wehrführer, Initiator und Hauptorganisator der Feuerwehrfastnacht, konnte in einem Sketch mit Sohnemann Christoph so gar nichts anfangen mit den computerspezifischen Fachbegriffen und »ein Fenster öffnen« heißt eben nicht das Zimmer lüften.
Das Männerballett aus Vetzberg wurde bereits von den Närrinnen heiß ersehnt, und nachdem die Feuerwehr-Frauengruppe in ihre Bobs gestiegen wan und sich zum Bobfahrer-Lied in die Kurven gelegt hatte, hieß es: Finale nach knapp fünfstündigem Programm.