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Erinnerung ans Boxen im Bürgerhaus Rodheim anno 1962

Artikel vom 12.01.2012 - 11.21 Uhr

Erinnerung ans Boxen im Bürgerhaus Rodheim anno 1962

Biebertal (ws). Wenn am Freitag um 19 Uhr die Feier der Gemeinde zum 50-jährigen Bestehen von Rodheims »guter Stube« über die Bühne gehen wird, wird auch eine besondere Facette der Bürgerhaushistorie zur Geltung kommen: der Sport. Den musikalischen Rahmen setzen der Chor der SKG und der Gesangverein Eintracht 1863.

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Boxveranstaltung 1962 im Rodheimer Bürgerhaus. (Repro: ws)
Besonders willkommen sind alle, die das Bürgerhaus in den letzten fünf Jahrzehnten regelmäßig genutzt haben. Im Erzählcafé werden kleine Anekdoten, Erinnerungen und Ereignisse »rund ums Bürgerhaus« lebendig werden. Bilder aus den letzten 50 Jahren – vom Bau des Bürgerhauses bis zur Gegenwart – werden präsentiert. Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen.



Anekdoten rund um die »gute Stube«



Im Januar 1962 – gut ein Jahr nach der Einweihung – war das Rodheimer Bürgerhaus Kulisse für Boxkämpfe vor voll besetztem Hause. Während der dreistündigen Veranstaltung gab es harte Fights und es ging hoch her, obwohl die Boxstaffel aus dem Rheinland kurzfristig abgesagt hatte. Begründung dafür war, dass die Boxstaffel des Bezirks Marburg-Gießen zu stark sei. Dennoch hatte Organisator Gerd Graf ein starkes Aufgebot an Amateurboxern zusammengetrommelt. Aus dem Siegerland und München sowie aus Frankfurt waren Faustkämpfer gekommen. »Doch leider passten die Gewichte nicht immer so, wie es eigentlich sein sollte. Die meisten Fights wurden nicht durch »saubere Technik« gewonnen, vielmehr triumphierten in Rodheim-Bieber vor vollem Haus die physisch starken Puncher«, wird berichtet. Starken Applaus gab es z.B. im Halbmittelgewicht für Ströher vom VfB 1900 Gießen und Ihde von Eintracht Frankfurt für eine gute erste Runde. »Dann versuchten beide den Kampf durch einen vollen Treffer mit dem rechten Punch zu beenden. Doch keiner gab dem anderen eine Chance. Die letzten drei Minuten sollten die härtesten von allen werden … Der technisch beste Boxer des heimischen Bezirks, der Deutsche Junioren-Vizemeister Geier (Dillenburg), hatte wenig Mühe, Heine vom VfB 1900 Gießen im Halbweltergewicht »abzuschießen«.

Aber nicht nur besondere Sportveranstaltungen wie das Boxen fanden im Bürgerhaus statt. Auch der »normale Sportbetrieb« konnte nach der Einweihung am 16. Dezember 1961 aufgenommen werden. Handball, Fußball und Faustball wurden bis zum Bau der Schulturnhalle an der ehemaligen Gesamtschule Biebertal im Rodheimer Bürgerhaus betrieben. Hinzu kamen Prellball und Turnen. Auch für den Schulsport gab es mit der Fertigstellung des Bürgerhauses im Winterhalbjahr neue Möglichkeiten. Heute finden in dem stets multifunktional nutzbaren Bürgerhaussaal Gymnastikgruppen, die Rückenschule, der Gesundheitssport und das Tischtennis ihr Domizil. Bis Jahresende nutzte auch die Volkstanzgruppe des Heimatvereins Rodheim-Bieber den kleinen Saal zum Üben. Alljährlich bereiten sich auch die Tanzformationen im Bürgerhaus auf die SKG-Fremdensitzungen vor.

Das Rodheimer Bürgerhaus wurde damals mit großer Weitsicht und mit starkem »Mehrzweckhallen-Charakter« geplant und bietet auch heute vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für Kultur, Geselligkeit und sportliche Aktivitäten der »leichteren« Art sowie zahlreiche größere Veranstaltungen in einem – weit über die heimische Region hinaus – geschätzten, gepflegten und modernen Ambiente.

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