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Alte Liebe rostet - manchmal ein wenig

Artikel vom 08.02.2010 - 21.05 Uhr

Alte Liebe rostet - manchmal ein wenig

Biebertal (m). »Alte Liebe rostet nicht«, sagt ein Sprichwort - manchmal rostet sie doch ein wenig, aber es bleibt dennoch eine Liebe. So wie bei Walter Pausch und seinem Allgaier A 111. Einen nicht alltäglichen Jahrestag »feiern« die beiden am Dienstag, denn ihre Bindung dauert inzwischen ein halbes Jahrhundert.
Seit 50 Jahren treue Gefährten: Walter Pausch und sein  »Allgaier« 	(Foto: m)
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Seit 50 Jahren treue Gefährten: Walter Pausch und sein »Allgaier« (Foto: m)
Das landwirtschaftliche Gefährt ist noch älter und freilich auch Walter Pausch. Er ist der vierte Besitzer dieses Fahrzeuges.

Den leidenschaftlichen Sammler interessieren insbesonders alte landwirtschaftliche Geräte, erlaubt deren Entwicklung doch Einblicke in den Wandel der Technik und macht deutlich, welch Mühen kleinbäuerliches Dasein einst mit sich brachte. Der »Allgaier« und die anderen Traktoren, waren da schon ein riesiger Fortschritt und eine Erleichterung für die Menschen. Am 9. Februar 1960 ließ Walter Pausch das rote Gefährt bei der Zulassungsstelle in Wetzlar zu. Wenige Tage zuvor hatte er ihn als gebrauchtes Gerät bei der Firma Bladt in Erda gekauft. Erstzulassung dieses Diesel-Tragschleppers war am 3. Februar 1953, und noch immer ist er mit seinen 12 Pferdestärken aus knapp über 800 ccm Hubraum einsatzfähig. Walter Pausch wollte nach dem Unfalltod seines Vaters Karl im August 1959 die kleine Landwirtschaft fortführen - Grund für den Kauf des »Allgaier«.

Der heute 73jährige erinnert sich: Zu Lebzeiten verdiente der Vater als Straßenwärter etwa 500 Mark. Hinzu kamen 40 Mark Kinderzuschlag und sechs Mark Fahrradvergütung. Der Mutter blieb nach dem Tod ihres Mannes eine Witwenrente von etwa 360 Mark monatlich. Walter Pausch selber verdiente als Angestellter beim Landratsamt in Wetzlar, im Februar 1960 rund 320 Mark. Davon ging Fahrgeld für den Bus in Höhe von 30 Mark ab. Es war die Zeit, als die Familie Pausch 1,5 Hektar Land bewirtschaftete; hinzu kamen zwei Fahrkühe, ein Rind, zwei Schweine, Hühner und Bienen. Als einer von wenigen im Dorf betreibt Walter Pausch noch heute eine kleine Landwirtschaft. Da hat er oft Besuch aus dem Kindergarten und der Grundschule, wenn er Kartoffeln anbaut, Dickwurz als Futter für die beiden Pferde der Tochter Sigrid und deren Freundin Tatjana Galinski und so wissen die Kinder, dass sie im Herbst auch Dickwurzmänner schnitzen dürfen. Wiesen werden ebenfalls noch bewirtschaftet. Der »Allgaier« ist Bestandteil einer Sammlung alter Porsche-Traktoren, den Nachfolgern der »Allgaier«, auf die Walter Pausch besonders stolz ist. Die kleinen Traktoren haben heute einen hohen Sammlerwert - aber auch immer noch Nutzwert, beispielsweise für die Selbstwerber, die im Wald ihr Holz aufmachen und holen.

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Artikel vom 08.02.2010 - 21.05 Uhr
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