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Alt werden in Biebertal Thema in der Kirche

Artikel vom 16.03.2010 - 11.00 Uhr

Alt werden in Biebertal Thema in der Kirche

Biebertal (ws). Zur Diskussionsrunde zum Thema »Alt sein in unseren Orten - Was bedeutet das?« hatten der Nachkonfi-Treff und die Konfirmanden der evangelischen Kirchengemeinden Krumbach und Frankenbach in das ev. Gemeindehaus in Krumbach eingeladen.
Gemeindepädagoge Christoph Schäufler ging in seiner Anmoderation auf die »Kultur des Helfens« ein. »Helfen beruht auf Gegenseitigkeit. Beim Helfen spielt das Gewissen und die Glaubensüberzeugung eine große Rolle. Als Christen begegnet uns in armen Menschen Christus. Der Sozialstaat hilft in verschiedenen Situationen mit staatlichen Regeln«, führte Christoph Schäufler aus.

Zur Gesprächsrunde hieß er fünf »Fachleute« willkommen: Jennifer Kornmann, die ein Praktikum in der Biebertaler Tagspflege absolviert, Niklas Bremer, der als Zivildienstleistender in der Tagespflege arbeitet, die Leiterin der Tagespflege, Petra Spamer, als Vertreterin des Biebertaler Gemeindevorstandes Monika Haus und den Vorsitzenden der Diakoniestation, Pfarrer Günter Schäfer. Die Initiative zur Gesprächsrunde war vom Nachkonfi-Treff ausgegangen, nachdem er ein Krippenspiel in der Tagespflege aufgeführt hatte. Die aktuellen Konfirmanden brachten sich ein, da sie ihren Vorstellungsgottesdienst zum Thema »Diakonie« vorbereiteten. Gekommen waren rund 30 Teilnehmer, meist Jugendliche aus den Biebertaler Ortsteilen.

Zentral die Frage, wie es ist, als alter Mensch in Biebertal zu leben und welche Möglichkeiten es für alte Menschen gibt. Pfarrer Schäfer definierte Diakonie als »Hilfe für Menschen«. Die Diakoniestation Biebertal betreute 1998 rund 50 Personen, heute sind es 120. »Die Zahl derer, die auf Hilfe angewiesen sein wird, wird in Biebertal in 2013 auf ca. 160 bis 170 angsteigen«, prognostiziert Schäfer.

Welche Angebote gibt es? Eine Demenzgruppe trifft sich bereits in den Sozialräumen in der Bieberer Kirche. Petra Spamer stellte die Tagespflege, die 15 Plätze bietet, vor. Sie wird als Einrichtung genutzt, wenn der ambulante Dienst nicht mehr ausreicht, aber ein Altenheim noch nicht notwendig ist. »Die Menschen wollen ihr Zuhause nicht verlassen. Viele haben zur alten Schule in Rodheim, in der die Tagespflege untergebracht ist, einen Bezug«, erläuterte Petra Spamer. Sie zeigte den Tagesablauf auf, bei dem die Gäste auch gerne selbst kochen. Das AWO-Heim in Rodheim bietet 34 Plätze. Eva Müller als ältere Teilnehmerin der Runde sagte »Wenn man jung ist, ist das noch weit weg«. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung wies Monika Haus auf die Infrastruktur hin, die sich negativ verändert habe. Früher wären viele kleine Geschäfte Orte der Begegnung und Kommunikation gewesen. Pfarrer Schäfer wies auf die Kirchencafés hin, die neue Möglichkeiten der Kommunikation in den Orten bieten. Kleine Geschäfte rechneten sich nicht mehr. Die Jugendlichen trugen wünschenswerte Merkmale der Infrastruktur wie Lebensmittelgeschäfte, Bäcker, Metzger, Einrichtungen für Jugendliche und ältere Menschen, Bürgerhäuser, Sportstätten, Apotheke und Arzt zusammen. Eva Müller freute sich, dass sie in Krumbach viel Hilfsbereitschaft erfahren habe, als ihr Mann sehr krank war. Ruben Hüttl erzählte von seiner Großmutter, die es immer wieder geschafft habe, auch im hohen Alter, die Familie um sich zu versammeln.

Jennifer Kornmann und Niklas Bremer berichteten über ihre Erfahrungen mit älteren Menschen. Wichtig ist, eine Beziehung zu ihnen aufzubauen, auf sie zuzugehen und ganz normal mit ihnen umzugehen, also »natürlich zu bleiben« und zuzuhören. Wichtig dabei: Nicht nur Jugendliche, sondern besonders auch ältere Menschen, die nicht mehr mobil sind, haben ein Kommunikationsbedürfnis. Petra Spamer lud die Jugendlichen zum Besuch der Tagespflege ein. Gemeindepädagoge Christoph Schäufler dankte allen für ihre Diskussionsbeiträge, die das Alt werden und sein in den Orten und seine Bedeutung auf vielfältige Weise beleuchteten.

Im Anschluss an die Diskussionsrunde konnten die Gespräche bei einem Imbiss und Getränken in lockerer Atmosphäre fortgesetzt werden.

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Artikel vom 16.03.2010 - 11.00 Uhr
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