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Schüler lernen durch Hämmern Disziplin

Artikel vom 07.02.2012 - 14.38 Uhr

Schüler lernen durch Hämmern Disziplin

Bad Vilbel (khn). Um Kindern Technik näher zu bringen ist die Regenbogenschule mit der Siemens-Stiftung eine Kooperation eingegangen. Die Grundschule ist nun Teil des Projekts »KiTec« - Kinder entdecken Technik.

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Hans-Dieter Möhring zeigt den Lehrerinnen der Regenbogenschule, wie sie Technik und Naturwissenschaft praktisch und altersgerecht vermitteln können. (Foto: khn)
Knapp eine Stunde hat Mirjam Strahmann mit ihren beiden Kolleginnen gesägt, geschraubt und geklebt. Jetzt liegt vor den Lehrerinnen der Prototyp eines kleinen Holzwagens mit roten Rädern und einem Gummi-Motor. Die Frauen, die an der Regenbogenschule unterrichten, setzen das Gefährt auf den Boden und lassen es losfahren. Doch nicht wie geplant nach vorne, sondern nach hinten. Das Gefährt hüpft einmal bockig und bleibt stehen. Dann fällt auch noch ein Rad ab. Strahmann schüttelt den Kopf, grinst aber gleich wieder. »Klar ist das frustrierend«, sagt sie, »aber dieses Gefühl lernen die Kinder schließlich auch.«Strahmann und ihre 24 Kolleginnen haben sich gestern in den Räumen der Regenbogenschule in Dortelweil fortgebildet. Organisiert hat das die Münchener Siemens Stiftung im Rahmen ihres Projekts »KiTec« – Kinder entdecken Technik –, von dem die Dortelweiler Grundschule nun mindestens für die kommenden zwei Jahre ein Teil davon ist.

Am Anfang habe vor einem Jahr ein Wunsch des Kollegiums gestanden, sagt Schulleiterin Hanne Mühle. Werken spiele im Unterricht selten eine Rolle. »Das ist für zwei Stunden in der Woche mit Malen und textilem Gestalten nur ein kleiner Teil eines Fachbereichs«, betont sie. Das sei ein grundsätzliches Problem an Grundschulen, betont sie. Der Großteil der Lehrkräfte sei weiblich und habe wenig bis gar keine Verbindung zum Werk-Unterricht. Mit der Fortbildung soll sich das in Zukunft ändern.

Mühle erzählt, sie habe im Internet nach einem geeigneten Angebot gesucht und sei schließlich auf der Seite der Siemens-Stiftung gelandet. Dort haben sie von »KiTec« erfahren. Schule und Stiftung schließen hier eine Bildungspartnerschaft ab. Während sich die Stiftung verpflichtet, Lehrer fortzubilden, Unterrichtsmaterial bereitzustellen und nachzuliefern sowie gegebenenfalls im Unterricht zu hospitieren, berichtet die Schule nach zwei Jahren von den Erfahrungen im Unterricht und unterstützt die Stiftung bei der Öffentlichkeitsarbeit. »Diese Zusammenarbeit soll keine Alltagsfliege sein«, betont Werner Busch von der Siemens-Stiftung.

Der erste Schritt für diese Zusammenarbeit ist gestern der Besuch des Ingenieurs Hans-Dieter Möhring am pädagogischen Tag – die Kinder haben frei, die Lehrerinnen drücken die Schulbank – gewesen. Mitgebracht haben er und Busch drei Kästen mit Werkzeugen, Material und Schrauben für Arbeiten in der Bau-, Fahrzeug- und Elektrotechnik. Sobald diese leer sind, können sie nachbestellt werden Die Lehrerinnen können also sofort loslegen und ausprobieren.

»Vordergründig geht es ums Sägen, Hämmern und Schrauben«, sagt Möhring, »aber wer genauer hinsieht, erkennt, dass die Kinder Teamwork, soziales Verhalten, Rücksichtnahme und Disziplin lernen.« Busch ergänzt: »Es geht zwar um ein Neuentdecken von Naturwissenschaft und Technik, aber beim Werken lernen die Kinder, miteinander vernünftig umzugehen und zu kommunizieren.«

Dass auch bei den Lehrerinnen nicht alles rund läuft, lässt Mühle schmunzeln. »Was wir bei den Kindern erleben in Sachen Frust und Freude, wenn ein Projekt geklappt hat, erleben wir gerade auch im Kollegium«, sagt sie. Das sei aber auch gut so. »Denn wir müssen wissen, wie es altersgerecht umgesetzt wird, bevor wir es Kindern vermitteln.«

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Artikel vom 07.02.2012 - 14.38 Uhr
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