Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Kreis » Städte und Gemeinden » Bad Vilbel »

»Ohne Mehrheit hat ein Hessentag in Vilbel keinen Sinn«

Artikel vom 15.01.2012 - 13.28 Uhr

»Ohne Mehrheit hat ein Hessentag in Vilbel keinen Sinn«

Bad Vilbel (khn). »Wenn die Hälfte der Familie keine Lust auf den Besuch hat, dann wird es ein doofes Fest«, sagt Claus-Günther Kunzmann. Der Kulturamtsleiter sucht die Nähe zum Privaten, um die Stoßrichtung der Stadt in Sachen Hessentags-Bewerbung für 2015 vorzugeben.

BV_Hessentag78_140112_4c_2
Lupe - Artikelbild vergrössern
Die Frankfurter Straße könnte während eines möglichen Hessentags 2015 in der Quellenstadt autofrei bleiben. (Foto: Al-Khanak)
Soll heißen: Stimmen die politischen Gremien nicht mit breiter Mehrheit für die Ausrichtung und kommt aus der Bürgerschaft keine Zustimmung, wird es nichts mit dem Event in der Quellenstadt. Um zumindest ein Stimmungsbild bei den Bürgern einzuholen, organisiert die Stadt zwei Projektwerkstätten. Die erste ist für Mittwoch, 8. Februar, im Kurhaus geplant.

2015 könnte die große Stunde für die Quellenstadt schlagen. Denn dann wäre nach dem Turnus der Hessentags-Vergabe eigentlich das Rhein-Main-Gebiet an der Reihe. Denn in den kommenden drei Jahren findet dieser in Wetzlar, Kassel und Bensheim statt. Auch in Sachen Infrastruktur würde dieses Datum gut passen, sagte Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr gestern bei einer Pressekonferenz im Rathaus »Wir hätten dann zum ersten Mal einen barrierefreien Nordbahnhof, und die Bauarbeiten in der Innenstadt wären abgeschlossen.« Weitere Flächen wie zum Beispiel für Rockkonzerte wären im Gewerbegebiet Krebsschere vorhanden. Dort könnten ein Drittel bis ein Viertel der insgesamt 80 Hektar genutzt werden.

Wenn man dann noch hinzurechnet, dass der hessische Vize-Ministerpräsident Jörg-Uwe Hahn gerade kräftig für einen Hessentag in seiner Heimatstadt trommelt, mit Hassia ein Großsponsor des Events hier seinen Sitz hat und Radio FFH als ein Mitgestalter ein Heimspiel hätte, könnte man glatt meinen: Alles geritzt, oder?

Dass es so einfach nicht ist, machte Stöhr beim Gespräch mit Pressevertretern deutlich. Bis zum Frühjahr muss feststehen, ob Bad Vilbel sich bewerben will. Denn welche Stadt den Hessentag 2015 ausrichtet, wird auf dem Event in Wetzlar im Sommer verkündet. Deshalb hat die Stadt ein Projektteam gebildet, das den Hessentag vorbereiten soll. Federführend mit dabei sind neben dem Behördenchef Hauptamtsleiter Walter Lassek, Kulturamtsleiter Kunzmann und seine Stellvertreterin Maria Ochs. »Die Verwaltung muss von Anfang an mit eingebunden werden«, sagte Stöhr. Auch die politischen Gremien müssten früh beteiligt werden, betonte Stöhr. So sei eine Arbeitsgruppe gebildet worden, an der alle Parteien beteiligt sind. »Wir haben Kontakt zu Bürgermeistern aufgenommen, die den Hessentag schon hinter sich haben.« Stöhr nannte hier seine Amtskollegen aus Oberursel und Stadtallendorf.

Zentral seien aber die Vilbeler, betonte Stöhr, »denn um die geht es bei einem Hessentag«. Um die Ideen, aber auch Kritik und Fragen der Bürger aufzunehmen, will die Stadt zwei sogenannte Projektwerkstätten organisieren. Eine am Mittwoch, 8. Februar, um 19 Uhr im Kurhaus und eine im März. Der Gedanke: »Der Bürger soll sich als Experte in eigenen Angelegenheiten äußern«, sagte Stöhr etwas verklausuliert. Ochs fügte hinzu: »Wir brauchen diese Projektwerkstatt, um Vor- und Nachteile sowie Chancen eines Hessentags zu erörtern, aber auch Bedenken und Fragen zu sammeln.« Im Vordergrund stehen soll keine Abstimmung oder Werbung. Eingeladen zum ersten Treffen sind neben Vertretern der Verwaltung, die nach Angaben von Lassek als Moderatoren anwesend sein werden, der Bürgermeister von Stadtallendorf und einige Mitarbeiter, die den Hessentag 2010 dort organisiert haben.



Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 15.01.2012 - 13.28 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang