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Mit ohrenbetäubendem Krach gegen Fluglärm

Artikel vom 06.02.2012 - 11.01 Uhr

Mit ohrenbetäubendem Krach gegen Fluglärm

Bad Vilbel/Frankfurt (zoe). Der Menschenstrom am Ende der großen Rolltreppe reißt nicht ab. Immer mehr Menschen drängen in die Abflughalle B im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens. Viele tragen Schilder wie »Fluglärm macht krank«, »Stoppt den Fluglärm«, »Wir wollen nachts wieder schlafen« und Ähnliches.

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Die Bad Vilbeler Initiative ist bei der Großdemonstration am Samstag im Flughafen mit Protestplakaten gekommen.
Die einzelnen Bürgerinitiativen aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet halten ihre gelben Ortstafeln hoch, um zu verdeutlichen, dass sie von der neuen Landebahn die Nase voll haben: Flörsheim, Offenbach, Mainz … Bei der Großdemonstration am Samstag ist auch die Bad Vilbeler Initiative mit von der Partie.

Laut ist es in der Halle B und voll. Lautsprecherdurchsagen bitten die Menschenmenge, sich weiter zu verteilen. Schon da ist klar: Es sind mehrere Tausend, die zum Flughafen gekommen sind. »Bei den Montagsdemos war es schon immer voll, da waren in der Regel um die 4000 Demonstranten da«, weiß Ronald Kasten von der Vilbeler BI. Er war seit Dezember bei jeder Montagsdemo dabei. »Heute sind es richtig viele, da sind bei einigen Gemeinden sogar die Politiker mitgekommen«, erkennt er. 15 Vilbeler konnte Kasten für die Aktion gewinnen. Die Veranstalter sprechen von insgesamt mehr als 10 000 Demonstranten, die Polizei dagegen von rund 6000.

Kuhglocken scheppern, Rasseln klappern, eine Frau schlägt zwei Topfdeckel gegeneinander, Trillerpfeifen, Vuvuzelas und Trommelschläge tönen ohrenbetäubend in der Abflughalle und machen den Flughafenbetreibern klar, dass jetzt Schluss mit lustig ist. »Weg mit der Bahn« lautet der Schlachtruf der Menge, die vor allem gegen die neue Landebahn protestiert, ein Nachtflugverbot fordert und steilere Flugwinkel, damit die Flugzeuge schneller an Höhe gewinnen.

Die Wut der Bürger, von denen einige Ohrenschützer tragen, ist deutlich zu spüren, die Demonstration an sich verläuft aber friedlich. Am Rand der Menge stehen Polizisten und Ordner in gelben Warnwesten, die ein Auge auf die Veranstaltung haben. Ein Liedzettel wird verteilt, darauf steht unter anderem: »Ihr habt getäuscht, vertuscht, gelogen, dass die Schwarte kracht. Es wird eifrig geflogen, bei Tag und auch bei Nacht. Was wird wohl das Nächste sein, das ihr uns versprecht. Wir wollen wieder schlafen, wir fordern unser Recht.«

Der Vilbeler Initiative gehören inzwischen rund 120 Bewohner an, ein Trupp von 20 Leuten bildet den Kern bei Aktionen. Elke Schillo ist eine davon. Sie wohnt in Dortelweil. »Ich habe Angst vor dem Frühling. Der Krach ist kaum noch auszuhalten. Und wenn dann noch die Bahnstrecke ausgebaut wird, kann man die Natur gar nicht mehr genießen«, sagt sie. Vor einiger Zeit sei sie wegen der Ruhe und Natur nach Dortelweil gezogen. »Inzwischen ist es so, dass ich an manchen Tagen nach Frankfurt fahre, um dem Krach zu entfliehen«, erzählt sie.



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Artikel vom 06.02.2012 - 11.01 Uhr
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