Bad Vilbel/Berlin (koe). Bis ins Halbfinale der Fußball-WM der Schulen hat es die Mannschaft der John-F.-Kennedy-Schule (JFK) geschafft. Nach einem harten und kampfreichen Spiel gegen »Kamerun« haben die Jugendlichen knapp den Einzug ins Finale verpasst und sind schließlich auf Platz vier gelandet. Richtig stolz auf »seine Kicker« ist Schulleiter Peter Mayböhm trotzdem.
Das harte Training hat sich gelohnt: Die Fußball-Mannschaft der Kennedy-Schule hat es bei der Weltmeisterschaft der Schulen in Berlin bis ins Halbfinale geschafft. (Archivfoto: Köhnkow)
Am Freitag ging das Turnier zu Ende.
Gekämpft bis zum Schluss hat die Mannschaft der JFK. Mit nur einem Gegentor war sie über die Vorrunde und das Viertelfinale gestern Nachmittag bis ins Halbfinale gekommen. Gegen »Kamerun« haben sie verloren, haben aber den vierten Platz von 32 teilnehmenden Mannschaften erreicht, hieß es von Schulsozialarbeiterin Joyce Löhl aus Berlin.
Die JFK ist als einzige Schule Hessens bei der Schüler-WM dabei. Fast ein Jahr lang haben die Mannschaft und auch die Cheerleader »Golden Angels« für das Event trainiert. »Sie haben sich alle so sehr angestrengt. Das ist toll zu sehen.« Elf Fußballer sind zum Turnierstart am Mittwoch angetreten. Bis gestern wurde wie in einer tatsächlichen Weltmeisterschaft gespielt. Jede Schulmannschaft wurde einem Land zugelost - Die JFK bekam USA. »Zufall, aber für uns absolutes Glück«, sagte Mayböhm. Denn so hat sich der Slogan: »Kennedy for USA« ergeben und man sei als Einheit an Sponsoren herangetreten. Es galt, 3500 Euro zusammenzubekommen, um Reisekosten, Kleidung und Unterbringung zu bezahlen. Dafür hat sich nicht nur der Schulleiter eingesetzt, sondern die Jugendlichen sind selber aktiv geworden: »Im Januar hatten wir erst 1000 Euro zusammen. Die Cheerleader haben es dann in die Hand genommen«, so der Rektor. Auf eigene Faust haben sie eine Tombola zum Tag der offenen Tür der Schule organisiert und selbstständig Bad Vilbeler Geschäftsleute nach Preisen gefragt: »Es bekam eine absolute Eigendynamik.« Auch das Kultusministerium, Privatleute und Unternehmen gaben Geld. Höhepunkt war allerdings der Besuch des amerikanischen Botschafters Philip Murphy und des Frankfurter Generalkonsuls Edward Alford. Das Konsulat war nämlich so begeistert vom Einsatz der Kennedy-Schüler, dass es die Trikots gesponsert hat: »Der Botschafter ist ein Fußballnarr«, meinte Mayböhm. Deshalb kam er am Mittwoch in die Schule, um den Jugendlichen Glück zu wünschen. Er habe sich viel Zeit genommen und mit den Schülern gesprochen. »Sie wurden ernst und wichtig genommen«, sagte Mayböhm.
Mit dem gebührenden Ernst mussten sich die Jugendlichen auch auf die WM vorbereiten: Dabei ging es nicht um schulische Leistungen, sondern um Sozialverhalten. Dazu haben die Schüler eine Vereinbarung unterschrieben. »Sie haben uns das Versprechen gegeben, sich vorbildlich und fair zu verhalten. Regelmäßig, zuverlässig und freundlich lautete die Devise.«
Das Konzept ging auf: In Berlin würden sich die Jugendlichen tadellos benehmen, wie Konrektor Manfred Ochs berichtete. Er stand während des gesamten Turniers in engem Kontakt zum Schulleiter. Nach jeder Partie rief er an, oder Löhl hat SMS mit den Spielergebnissen geschickt. Seine Freude hat Mayböhm gleich mit der ganzen Schule geteilt und regelmäßig Durchsagen gemacht. Die Fußballmannschaft hatte also die komplette Schule hinter sich. Dieser Rückhalt habe sich auch auf die Jugendlichen ausgewirkt. Schüler der 8. bis 10. Klasse aus Haupt- und Realschule waren im Team: »Alle verstehen sich super und es wird fair gespielt. Ein tolles Team«, berichtete Ochs. Genau diesen Zusammenhalt und die Erfahrung des Erfolges möchte Mayböhm im Schulalltag weiter nutzen. »Die Jugendlichen sind eine Gemeinschaft und identifizieren sich mit der Schule. Das gibt einen enormen Schub.« Damit meint er die JFK als solche, aber auch die einzelnen Schüler. »Sie wissen: Ich kann etwas und habe Erfolg, wenn ich mich anstrenge und dabei bleibe«, meint der Rektor.