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Bouffiers erster Arbeitstag als Ministerpräsident

Artikel vom 02.09.2010 - 10.06 Uhr

Bouffiers erster Arbeitstag als Ministerpräsident

Bad Vilbel (süd/pm). Er war für 7 Uhr angesagt, pünktlich um 6.58 Uhr fuhr er im silberfarbenen Dienst-BMW vor: Seinen ersten Arbeitstag als Hessischer Ministerpräsident begann Volker Bouffier am Mittwoch beim hessischen Privatsender Hitradio FFH.
Ein Basketballkorb für das Büro des Ministerpräsidenten: FFH-Chef Hans-Dieter Hillmoth (l.) übergibt das Geschenk an den neuen M
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Ein Basketballkorb für das Büro des Ministerpräsidenten: FFH-Chef Hans-Dieter Hillmoth (l.) übergibt das Geschenk an den neuen Ministerpräsidenten Volker Bouffier. (Foto: pv)
Im Funkhaus in der Quellenstadt war er zu Gast in der Sendung »Guten Morgen, Hessen« bei Moderator Daniel Fischer, der ihn zu Beginn nach »Tee oder Kaffee?« fragte. Der neue Regierungschef, der um 5.15 Uhr aufgestanden war, meinte: »Die Nacht war so kurz, einen Kaffee und einen Tee bitte.« Beides trank er ohne Milch und Zucker und stellte sich dann den Fragen des Moderators - nach Thilo Sarrazin, Kindergartenplätzen, seinen Frühstücksgewohnheiten, Roland Koch und vielem mehr.

Bouffier hatte auf dem Weg von Gießen nach Wiesbaden eine halbe Stunde bei FFH eingeplant - und blieb im Zeitplan: Um 7.32 Uhr fuhr er davon. Mit dabei beim Radiointerview war sein Regierungssprecher Michael Bußer.

Ob er morgens viel Zeit im Badezimmer brauchen würde, wollte Fischer wissen. Bouffier: »Es geht, ich bin da gut trainiert. Ich muss immer ein bisschen Gymnastik und Stretching machen. Dazu brauche ich etwas länger. Aber sonst geht’s, ich mache das so viele Jahre, da sitzt jeder Handgriff. Ich bekomme jeden Morgen, da bin ich meiner Frau wirklich unheimlich dankbar, ein ordentliches Frühstück. Das ist so eine Mischung aus Fleischsalat und Marmelade, die ich unheimlich gerne esse.«

»Möglichst viel in Gemeinschaft«

Auf die Frage, was er als erstes Anpacken will, sagte der Ministerpräsident: »Dass ich das, was ich am Dienstag gesagt habe, versuche umzusetzen, dass wir möglich viel in Gemeinschaft in diesem Land erledigen und angehen. Wir brauchen diese Gemeinschaft, wenn wir in Zukunft erfolgreich sein wollen.« Dass in Marburg jetzt gefährlich geltende Straftäter leben und rund um die Uhr bewacht werden, »ist eine große Herausforderung an die Gewährleistung von Sicherheit«. Die Menschen seien durch eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes freigelassen worden. Er sei zuversichtlich, eine Regelung zu finden, »dass wir die Sicherheit auf der einen und die Menschenwürde auf der anderen Seite zusammenbringen«. Nach der Entscheidung des Bundeskabinetts über Eckpunkte für die Neureglung hoffe er, »dass es gelingt, die nachträgliche Sicherungsverwahrung in einer Form so zu beschließen, dass die Menschen keine Sorgen um ihre Sicherheit haben«.

Der Moderator wollte von Bouffier wissen, was er Menschen entgegne, die ihm nachsagten, er sei eitel. Die Antwort kam augenzwinkernd: »Der hat sicher recht, ich bin der einzige Mensch, der zugibt, dass er eitel ist. Alle anderen Menschen sind nicht eitel.«

Der Regierungschef hat im sozialen Netzwerk »Facebook« eine eigene Seite mit 370 Fans, sein Vorgänger Roland Koch kommt auf über 1500, Dieter Bohlen auf 30 000 und Robbie Williams auf über eine Million Internet-Fans. Bouffier: »Ja, da ist noch Spielraum nach oben. Da wollen wir mal schauen, wie viele sich noch als meine Freunde zu erkennen geben. Ich bin da ganz zuversichtlich.« Die Zahl von Robbie Williams werde er wohl nicht erreichen. Für Verantwortliche in der Politik halte sich die Zahl der Freunde und Fans immer in Grenzen, aber: »Da ist noch Luft nach oben, fragen Sie mich in einem Jahr nochmal.« Ob er an seinem ersten Tag aufgeregt sei, wollte Fischer wissen.»Nein. Ich denke, dass ich mit manch neuen Eindrücken versehen werde, neue Leute kennenlerne, die meisten kenne ich ja schon, und von daher ist der Tag sicher ein besonderer, weil er der erste Tag im neuen Amt ist, aber aufgeregt bin ich nicht.«



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Artikel vom 02.09.2010 - 10.06 Uhr
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