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Sommergeschäft allein nicht existenzsichernd

Artikel vom 09.02.2012 - 11.17 Uhr

Sommergeschäft allein nicht existenzsichernd

Bad Nauheim (sda). Arbeiten im Freien, bekleidet mit kurzer Hose, T-Shirt und Sandalen? Im Moment kaum vorstellbar, doch viele Berufe lassen sich nur im Sommer ausüben. Was aber machen die typischen Sommergeschäftler im Winter? Vom Bootsverleiher bis zum Gärtner: Die WZ hat nachgefragt, wie sie die kalten Monate überbrücken und finanziell über die Runden kommen.

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Die einzigen Pflanzen, die auch im Winter gepflegt werden müssen. Im Sommer arbeitet Christoph von Löw selbst auf dem Hof und verkauft Kräuter und Pflanzen.
Wie sich herausstellt, ist die Beschäftigung, die während der Sommermonate ausgeübt wird, aus wirtschaftlicher Sicht nur der Nebenjob, meist sind es die Tätigkeiten »unter Dach«, die im Vordergrund stehen.

Christian Schöniger mag seine Arbeit: Im Sommer steht er mit Flip-Flops am Bad Nauheimer Großen Teich und genießt die Sonne. Der junge Mann leitet seit letztem Jahr gemeinsam mit einem Partner den Bootsverleih »We love Boats« im Kurpark. Das Geschäft ist seit Oktober geschlossen, geöffnet wird erst wieder zu Beginn des Frühlings.

»Von dem Bootsverleih alleine kann man nicht leben«, erzählt Schöniger. Dafür sei die Wintersaison zu lang – eine zu große Zeitspanne ohne Einkommen. Deswegen leitet der Mann noch ein Restaurant in Butzbach, sein Partner ist der Besitzer des Butzbacher Kinos. In Sachen Personal sind beide flexibel: »Wir engagieren ausschließlich Aushilfen, meistens Studenten«, erklärt Schöniger. Die Zahl der Helfer sei abhängig von der Wetterlage und dem Kundenandrang. »Am Wochenende sind wir meistens zu dritt am Teich, unter der Woche reicht eine Person«, sagt er. An den Sonntagen seien besonders viele Gäste an einer Bootsfahrt auf dem Gewässer interessiert. »Es kommen sehr junge Leute, aber auch Kurgäste und ältere Menschen«, berichtet er.

Weil der rund sieben Hektar große Teich an manchen Stellen bis zu fünf Metern tief ist, müssen die Bootsfahrer ständig im Auge behalten werden. Auch die tägliche Reinigung der Boote und die regelmäßige Wartung gehört zu den Aufgaben der Verleiher. Der kommende Sommer werde sehr anstrengend, vermutet Schöniger, da er in seinem neuen Restaurant auch hinterm Herd steht. Wie er sich dann die Zeit einteilt, wisse er nicht genau: »Das werden wir schon irgendwie hinkriegen.« Auf den Bootsverleih zu verzichten, könne er sich aber nicht mehr vorstellen: »Ich hätte nie gedacht, dass es so viel Spaß macht.«

Externe Rettungsschwimmer

Auch im Usa-Wellenbad verlässt man sich nicht auf die Sommersaison. »Das Freibad macht nur 20 Prozent des Umsatzes aus«, erklärt Roman Schramm, der für den Betrieb des Schwimmbads verantwortlich ist. Im Freien könnten sich die Gäste – je nach Wetterlage – meistens von Mai bis September tummeln. Für diese Zeit werden Fachkräfte von einem externen Unternehmen engagiert, das darauf spezialisiert ist, den Bädern Rettungsschwimmer zur Verfügung zu stellen, sagt Schramm. Wie viele Kräfte zusätzlich hinzugezogen werden, variiere täglich: »Je nach Besucherzahl.« Bei besonders gutem Besuch mit rund 3500 Badegästen müssten fünf Rettungsschwimmer im Einsatz sein. »Aber solche Tage kann man an der Hand abzählen«, berichtet der Betriebsleiter.



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Artikel vom 09.02.2012 - 11.17 Uhr
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